Groschen vor meinen Füßen…

30_08_2021

Heute, beim spazieren gehen, eine Konzertaufnahme von Klaus Hoffmann gehört. An manchen Tagen höre ich ihn gern. Er ist ein großartiger Erzähler, zwischen den dargebotenen Liedern nimmt er mich oft auch mit in die Vergangenheit. Er sprach von einem Leierkastenmann der im Berlin der 50/60er Jahre mit seiner Drehorgel über die Hinterhöfe zog. Und. Es wurden Groschen hinunter geworfen, in Zeitungspapier gewickelt, damit sie beim Auftreffen nicht davon sprangen. Es war sofort wieder da. Auch vor meinen Füßen waren Groschen gelandet. Von kleineren Kindern wurden sie aufgehoben, ausgewickelt, und in die, ihnen hin gehaltene, Spendendose gesteckt. Ich wohnte 2 mal in Berlin. An anderer Stelle hatte ich hier schon über meine Kindheit geschrieben. Meine Eltern waren Offiziere der Heilsarmee. Bei den, damals üblichen, häufigen Versetzungen musste natürlich die Familie mitziehen. Gefundene Freunde blieben zurück. Ich war wohl 6,7 Jahre alt, als ich Cornet zu spielen begann. Nach meiner Aufnahme in das Musikkorps erwartete man von mir die Teilnahme an Konzerten oder eben Außeneinsätzen. So auch ab 1969 in Berlin, sonntags 10 Uhr Gottesdienst, danach musizierend über die Höfe Friedenaus. Hofmission.
Daran dachte ich, auch an manche Ausweichbewegung. Meine Angst hinaus zu gehen, zu zeigen, dass ich ‚Heilsarmee‘ bin, zählte nicht. Es ist lange her, Anfang der 80er Jahre schaffte ich den Absprung in die Welt. Musik, die mich mitnimmt, ähnlich wie in einem Buch zu versinken, schön…

Heute muss ich sagen, ich bin nicht gläubig.

© Copyright Text und Bild Wolfgang Weiland

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