Glaubensbrüder

Sollt‘ Bruder sagen,
er tat es nicht gern.
Ist ihm gar deshalb
sein Bruder so fern?

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Ein Morgengruß

Ein Morgengruß,
‚Du bist mir lieb‘,
verließ g’rad‘
meine Hand.

Doch ist es gleich,
was ich Dir schrieb,
ich bleib‘ Dir
unbekannt.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

zu lang’…

Gehalten hab‘ ich viel zu lang,
auch jetzet wieder, mir war bang,
beim Blick nach unten, konnt‘ nicht los,
geklammert gar, die Kält‘ wird groß.

Geblinzelt feucht, ist wohl der Schnee,
auch dieses Mal tut es noch weh,
ins Rund geschaut, ich bin ja nur
das letzte Blatt auf hoher Flur.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Winter[04]

Lass wieder Spuren
auf Weges Stein.
Gleich in der Früh’
fing es an zu schnei’n.

Wird wohl so sein,
dass der Fuhrwerke Gischt,
sie, noch bevor ‘s dämmert,
wieder verwischt.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Tanka[02]

Die Armut findet
zu den Menschen, sie öffnet
Türen, mit Namen,
so wohlklingend wie, junge
Mutter, alleinerziehend

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Winter[02]

Möchte bleiben wie sie ist,
doch der And’re kennt die List,
weiß wie er es anstell’n muss,

ruft noch Freunde und zum Schluss
ist die kleine Flocke dann,
auch nur Regen –


denkt – ‚ooch Mann‘.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Wald[03]

Sich mit dem Wald
ausgetauscht.
Der, hörte geduldig zu,
war jedoch auch verwundert –

hatte er Ihn doch noch
nie auf seine Moose
und Flechten angesprochen.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Wald[02]

Lehn‘ mich sachte bei dir an.
Bist mein Nachbar.
Sturm, und dann,
Wurzelballen die sich heben.

Gibst mir Halt –
und ich darf leben.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Wald[01]

Hast Wege,
die zu geh’n mir lieb.
Du milderst mir
manch‘ harten Hieb.

An einem Tag
bist rettend Floß.
Am Anderen
gibst du mir Trost.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Tanka[01]

Dein schwerer Schmerz wird
jetzt leichter, ich helfe Dir
tragen, sieh, meine
Schultern harren seiner Last-
hätte ich so gern gesagt.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Seltenes Glück

Gelesen,
mittdrin gewesen,
gefiebert,
gezögert und
doch fallen lassen.

Worte verbraucht,
mitgeschwommen,
eingetaucht,
nach oben, dann
wieder Licht.

Ein Buch wie – ich –
seltenes Glück.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

in mir

Wie kann ich zeigen,
was in mir ist ?

Wie soll ich sagen,
was du mir bist ?

Wann darf ich ’s wagen,
nach welcher Frist ?

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Seelenbrief

Die Seel‘ schrieb einer Zweiten,
möcht‘ tröstend dich begleiten,
möcht‘ lindern Kummer,
Sorg‘ und Pein.

Versuchen, ferner Freund
zu sein.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Halbes Herz

Staffelei auf Bodendielen.
Polaroid, ein halbes Herz.
Tage, die sich farblos fühlen,
hinter Lidern, Sehnsuchtsschmerz.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Kriegmacher

Früh,
schon als Kind,
gesagt bekommen,
dass Gott alle Menschen
trägt.

Egal,
ob gut oder böse.

Hab‘ mir vorgestellt,
auf einem Arm ich,
auf dem Anderen ein
Kriegmacher.

Warum…

Dann braucht der doch
nie aufzuhören…

© copyright all lyrics wolfgang weiland