Schulnot/durft

Sind zivilisiert, haben Kultur.
Es ficht sie nicht an,
Kind auf dem Flur
einer Schule, das gerade
die Hose sich nässt.

Dividenden und Boni,
ich bin ’s,
der sie lässt.

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Unter Schwingen

Ein Kind unter Schwingen,
Wind fuhr mir durch ’s Haar.
Ich weiß noch, er trug mich,
weit fort die Gefahr.

Auch heute noch, manch’s Mal,
wenn die Angst Seel‘ verschlingt,
warmweich an der Wange,
dann hinauf, wieder Kind.

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Tags im Wald

Wär‘ mir lieb, den Wolf begleiten,
wenn er tags durch Wälder streift.
Mit ihm seiner Wege schreiten,
ob als Freund er mich begreift?

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Der Hund

Der Hund seines Herrn,
ich seh‘ es ihm an.
Er mag ihn wohl gern,
ein fröhlich Gespann.

Es scheint gegenseitig,
sein Herr hört ihn wohl.
Ein Bellen genügt,
schon kommt er,
manchmohl.

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Das Buch

Sie sitzt am Teich auf einer Bank,
auch heut‘ ein Buch, doch dieses sank
vor Stunden schon ihr in den Schoß.
Ganz leise nur , „Lass mich nicht los“.

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nur ein Limerick…

Ein Mann, der die Lyrik verstand,
nahm ’s Gedichtschreiberherz in die Hand,
fragte Menschen, die ’s wissen,
‚wie Wort und Prosa sich küssen,‘
waren freundlich, doch zugleich ignorant.

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Sperrmüll…

…hinausgetragen von Nachbarn, in Reihe und gestapelt auf dem Trottoir.
Lege ein paar alte Gedanken dazu, die zu nichts mehr nütze sind, gar
verletzen können, wie ein altes Haushaltsgerät mit defekter Elektrik. Bei
Berührung. Nachher mal schauen, ob sie mitgenommen wurden…

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Nur gestreift

Verwitterte Bank,
vier Lettern darauf,
bedeuten nichts,
doch ein Sehnen kommt auf.

Ein Leben gestreift,
auf ein Wort, und gefragt,
was es ist, dass es geißelt,
gar peinigt und plagt.

Das Leben zog weiter,
sein Schmerz ungetrübt,
ich wünsch‘ mir noch heut‘,
dass es acht auf sich gibt.

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Haiku[09]

Niesel, sanft feuchtet
er meinen Himmel zur Nacht.
zu leis‘, für den Traum.

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Fürchte mich

Fürchte mich, wenn Menschen drängen.
Weich‘ dort aus, wo Leben glückt.
Fürchte mich vor Grobgesängen,
trunken in die Nacht geschickt.

War noch Junge, Gedanken kreisen,
Hamburgs Tage, zur Schule geh’n.
Jeden Morgen gefleht, den leisen,
Zauberspruch, ‚kann nichts gescheh’n‘.

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Sehnsuchtsverblassen

Willkommen, in Deiner Welt,
komm‘ zu erfragen, wie ’s ist gestellt,
um Dich, um uns, um vage Pläne,
um uns’re Zeit, die ich mir nehme.

Um Nähe, die ich weis‘ zurück,
um ’s aus Dir kommen, nur ein Stück.
Hätte nicht sollen entgegen geh’n,
Sehnsuchtsverblassen, um mich gescheh’n.

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Akrobat

Ein Akrobat, nicht in Gefahr,
ist dieses Netz, doch, Jahr um Jahr,
willst Großes Du noch größer sehen.
Sein Wagemut, Du lässt ’s geschehen.

Man treibt den Ander’n, für sein Wohl blind,
in ein Verderben. Wir alle sind
doch für den Nächsten Halt, Geleit.
Lasst es uns üben, ’s ist an der Zeit.

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Lückenlos

Passiert es nur mir,
das mit der Lücke?
Gerade noch, große Stücke
gehalten auf mich.

Sie ist bei Dir,
nichts fehlt,
Seele sticht.

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62

Habe mir nicht erträumt, so alt zu werden. 62, jetzt. Vater
wurde 43. Sein Vater starb auch zu früh. War ja Krieg, in
Berlin, damals. Mehr weiß ich nicht von ihm. Ein gebürtiger
Berliner, mein Vater, „62“ weiterlesen

Nahe Welten

Mann der träumt
von nahen Welten,
unerreichbar, nah
entfernt.

Lässt nicht sich,
nur niemand gelten,
grob verbogen,
sanft entkernt.

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Ein falsches Wort

Es denkt noch immer,
ist nicht mein Platz.
Fühl‘ mich nicht wohl,
in diesem Satz.

Hat mich gesetzt,
wurd‘ nicht gefragt.
Und doch bin ich ’s,
das ihn jetzt plagt.

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Frühling[03]

Lichtreflex auf Füllerfeder.
Sonne flutet Blatt Papier,
mit warmen Strahlen.
Auf dass jeder
ahnen kann,
’s wird Frühling hier.

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Hell dort

Hell, dort hinten,
kann Wärme spüren.
Sind keineswegs nur
verschloss’ne Türen.

Ein Wiedersehen,
ob hier, ob da,
ein Zuunsgehen,
greifbar nah.

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