Ein Gesicht

Ein Gesicht,
nicht wie das Eine,
das mit Abscheu
auf Einschränkung zeigt.

Ein Gesicht,
nicht wie das Seine,
das vor rechtem
Gut sich verneigt.

Ein Gesicht,
so wie das Meine,
das sein Kinn hebt,
und doch ängstlich schweigt?

© copyright all lyrics wolfgang weiland

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Glückseligkeit

Was gäb‘ ich für einen Moment,
in dem Seele und Sehnsucht getrennt.
Wär‘ einmal kurz frei,
ich dächt‘ mir dabei,
dass dies man Glückseligkeit nennt.

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Regen[03]

Vereinzelter Tropfen,
der Arme, allein.
Ans Fenster zu klopfen,
gar schön könnt‘ es sein.

Ruft Windböe zu Hilfe,
wird getragen zum Licht.
Ein Menschlein von Drinnen,
schaut ihm ins Gesicht.

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Tanka[04]

Die Macht, dem Menschen
greifnah, lässt Ihn zu einem
Ansichselbstdenker
werden, der jene, welche
Fremdscham überkommt, verlacht.

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Lesung

Gelesen, gar aufgeführt,
alle Sinne, angerührt.
Dem Zauber erlegen,
wunderwarm, schöne Stimm‘,
stille Poetin,
dir geb‘ ich mich hin.

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Meiner Seel‘

Ich denke Gedanken,
aus der Seele mir ranken,
Gefühle die and’re gefühlt.

Anteil und Empfinden,
meinem Herz sich entwinden,
zu früheren Leibern gespült.

So mag schon geles’nes,
doch sein mein gewes’nes,
meine Seel‘ hat auf Deine gezielt.

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Manch‘ Blick

Manch Blick kann Ruhe schaffen.
Manch Blick möcht‘ helfend gaffen.
Manch Blick lässt sich erwidern.
Manch Blick verkommt zum Biedern.

Manch Blick vermag zu lachen.
Manch Blick gar Freud‘ zu machen.
Manch Blick von Hass getrieben.
Manch Blick erzählt vom Lieben.

Manch Blick getrübt von Trauer.
Manch Blick erricht‘ die Mauer.
Manch Blick wend’t sich nach innen,
zu seh’n was recht tief drinnen,
in einer Seele ruht.

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Baumgefühl

Wurde gefragt,
geht ’s Dir nicht gut?
Antwortete,
zu dick mein Blut.

Hab‘ Durst,
mir sagt mein Baumgefühl,
für Euch,
ist Klima, Spaß und Spiel.

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Sein Mädchen

Dies Bild, gebannt auf Zelluloid,
ist alles, was geblieben.
Sein Mädchen, schaut, wie es sich freut,
wird es auf ewig lieben.

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Wenn alles gesagt ist…

Schwarzweißfotografie

Wenn alles gesagt ist,
der And’re besiegt,
von endlosen Worten
keine Hülse mehr fliegt,

die Tränen den Rücken
des Liebsten nur seh’n –
Die Scham frisst uns auf –
wir ließen’s gescheh’n.

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Hernach

Bedarf an Liebe,
wohl genug.
Tagesdiebe, Selbstbetrug.

Den Wald gefragt,
was er so denkt,
hernach,
dem Wald sein Herz geschenkt.

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Verloren

Verloren

Verloren,
was nie mein Eigen.
Verloren,
mir wollt‘ ich ’s zeigen.
Verloren,
dein Fühlen, dein Hören, mein Fleh’n.
Verloren,
warum nur, ließ ich ’s gescheh’n.

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Oktoberende

Kaltböige Laubwirbelwinde
überfallen mich wie Gesinde,
bald vermengt mit Geäst,
zu verscheuchen den Rest
der vom Frühherbst geblieben.

Wege von Schnittholz gesäumt,
unter dem Schuhwerk – es träumt
schon von knirschendem Schnee,
gar gefrorenem See.
Dunkel wird ’s gegen halb Sieben.

Ein trübneblig Glanz überzieht
Fahrweg und Gehsteig, man sieht,
letztmals Laternen umschwirrt,
im warmen Zuhaus‘ jetzt es wird
ein Abend den beide wir lieben.

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