Kurzgedacht[06]

Bei Gefühllosen gibt es kein
‚Leider nicht gewonnen‘.
Man bekommt Freude, Traurigkeit,
Wut, Angst manchmal Scham.
Doch welches ist der Hauptgewinn?

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Leiser Morgen

Leiser Morgen,
ich suche Stille.
In meiner Welt
find‘ ich die Fülle,

der Leere, die, erst
macht mich leben.
Ich geh‘ zurück.
Hast Du vergeben?

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Der Geck

Manchmal man sieht
den eitlen Geck.
Kinder queren,
spotten keck.


Selbst kalter Wind
und Hand, die klamm,
kein Hinderungsgrund,
Gesäßtaschenkamm.  

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USA

Einst starker Helfer,
gegen Hunger und Not.
In Paketen Schokolade,
Arznei, Korn und Schrot.

Doch heut‘ muss ich sehen,
es gefällt mir nicht gut,
geblieben, 3 Buchstaben,
auf einem Hut.

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Gefunden

Nicht einsam,
im letzten Moment
der Tage.

Eine Mail,
WhatsApp, vielleicht
eine Frage,

die macht mich
fühlen wie mit Dir
verbunden.

Nicht verdient,
hab‘ Dich dennoch
gefunden.

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kurzgedacht[01]

So es dem
Anderen nicht
gelingt seine Zunge –

muss selbst man
wohl sein Ohr
im Zaume halten
um keinen Schaden
zu nehmen.

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Tanka[06]

Meint Politik auch,
sich jetzt noch Zeit zu nehmen,
zu hinterfragen,
welche Aussage einem
selbst von Nutzen sein könnte?

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Regen[05]

Ein Tropfen der,
vom Wind getragen,
kommt Ander’n
in die Quere,

denkt sich,
‚ich tät‘ mich
nicht beklagen,
wenn ’s nicht so
stürmisch wäre‘.

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Regen[04]

Ein kleiner Regentropfen,
der g’rad‘ vom Himmel fiel.
Rinnt hohe Stirn hinunter,
was für ein herrlich‘ Spiel.

Den krummen Nasenrücken;
nun holt er richtig Schwung.
Der Schrecken groß,
er sieht Gestrüpp,
verfängt sich dort-
wie dumm.

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Tanka[05]

Primatenzentrum.
Vielfach zugefügtes Leid,
in Kauf genommen.
Den Kelch Niederen gereicht.
Warum höre ich euch nicht.

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Frühling[02]

Die Teiche sind gefüllt beinah,
hört, was ich beim Flanieren sah,
etwas, dass mich fröhlich stimmte,
des langen Winters letzte Finte.

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Ewiges Leben

Ewiges Leben,
würde es geben.

Sagten sie Dir,
schlossen die Tür.

Dann im Geheimen,
mit sich im Reinen,

um ’s Leben geschehen,
man sagt doch –
Vergehen.

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Dein Lächeln

Ich sah in dieses Lächeln,
du warst so voller Licht.
Ich sah vor lauter Lächeln,
nur schemend dein Gesicht.

Das ist, was mir geblieben,
wenn ich jetzt schau zurück.
Ich nehm’s mir mit nach drüben,
als SehnsuchtsAugenblick.

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Alle Zeit der Welt

Sie werden Plastik reduzieren.
Sie werden Glyphosat verbieten.
Sie werden aus der Braunkohle aussteigen.
Sie werden irgendwelche Klimaschutzziele erreichen.
Sie nehmen sich alle Zeit der Welt…

…bis die Welt keine mehr hat.

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Ein Vers

Hör‘ Verses Beschwerde,
er sei ungelesen.
Bin doch auch
dabei gewesen.

Muss ihm sagen,
Zeit wiegt zu schwer.
Darf auch nicht schmälern
Frühdichters Ehr‘.

Doch wurdest auch Du
mit Bedacht gewählt.
Vielleicht braucht es Jahre –
doch Du wirst erzählt.

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Frühling[01]

Hatt’ schon vor Wochen mal geguckt,
grad’ vom Schnee erst ausgespuckt,
lass ich nun Augenblicke schweifen,

kann mir die Sonnenstrahlen greifen,
mich mit dem Nachbarkrokus freu’n,
das ,Winter,

das soll’s gewesen sein.

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Fernes Land

Fernes Land,
darf von Dir lesen,
Dich gar durchstreifen,
beinah Dein Sohn.

Noch nachts im Traume,
wie da gewesen.
Dich zu bereisen?
Kenn‘ Dich doch schon.

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