…während sie schliefen

Mein sind die
getragenen Weisen,
sind dort zwei Töne,
wähl‘ ich den Leisen.

Mein sind die
verborgenen Zeilen,
sind sie gefunden,
kann ich verweilen.

Mein sind die
durchwateten Flüsse,
wär‘ ich geschwommen,
fühlte ich Küsse.

Mein waren
schwindelnde Tiefen,
konnt‘ sie verlassen,
während sie schliefen.

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Überzieher

Überzieher aus feinem Garn
über den Schultern.
’s ist noch warm.

Oktoberlanger Schatten weit
vorausgeeilt.
Beginn der Zeit

die mir im Jahr
so kostbar
ist.

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Geh’n nie zu Fuß

Ob der vielen Droschken staunend,
den Kopfe schüttelnd am Fahrwegrand.
Einfält’ger Mann, zum Andern raunend,
‚geh’n nie zu Fuß‘, bleibt unerkannt.

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Hab’ Dich

Hab’ Dich geträumt,
hab’ Dich beschrieben,

Hab’ Dich versäumt,
Hab’ Dich vertrieben.

Nicht bloßer Freund –
wollt’ dich doch lieben…

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Zwei Wesen

Geh’n ein Stück
zusammen, er
und ich, als wenn ’s
so einfach wär‘.

2 Wesen auf
dem gleichen Weg.
Lasst uns doch,
es wird zu spät.

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Regen[01]

Kopfsteinpflaster liegt im Glanz,
pfützübersät,
der Regen kann ’s

leuchten lassen, gar hell erstrahlen –
wär ’s wie wir,
würd ’s damit prahlen.

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