Nachtspiegel

Hast mein Leben bereichert,
mich glücklich gemacht.
Raunten die Spiegel,
im Traume, heut‘ Nacht.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Im Buche

Ich traf dich in der Bibliothek,
du fragtest, was im Buche steht,
das ich grad‘ hielt in Händen.

Wird wohl, dass es um Liebe geht,
just so, wie sie im Buche steht.
Ließ es dabei bewenden.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Ich gebe Dich auf

Ich gebe Dich auf,
und gebe mich her.
Für mich geschrieben,
sehn‘ mich nach mehr.

Schau nur des Weges,
bitte, halt mich
nicht fest.

Ich bleibe die Einfalt,
bevor ich ’s vergess‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Kleine Wolke

Kleine Wolke, noch wohnt sie zu Haus,
sagt zu sich, bald komm ich groß raus.
Muss nur mir gelingen,
Landregen zu bringen,
dann krieg ich am Ende Applaus.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Seelenleuchten

Mischwaldbaum,
der Schatten spendet,
linker Hand ragt er empor.
Sonnenstrahlen, grad‘ gesendet,
warten vor dem Blättertor.

Wind kommt auf,
paar Strahlen schieben
sich hindurch, ein kleiner Spalt.
Seele scheint es so zu lieben,
Augen nicht;
die schließ‘ ich halt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

ps: Startseite = neues Bild / about = Bild und Text neu

Kurzgedacht[13]

Ach,
Gefährtin
Einsamkeit.

Wärest Du doch
selbstgenügsam.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Als käme die Welt

Ein Rauschen, ein Raunen,
es knarzt im Gebälk.
Hört sich grad‘ an,
als käme die Welt

heut‘ Nacht ums Leben.
Raunt mir zu, Gott vergelt’s.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tanka [08]

Die Häuser am Hang
in dichten Nebel gehüllt
Tal schlägt Augen auf
Gestern, im Hagelschauer
fand Deine Hand in Meine

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tanka[07]

Wenn der Junimond
unsere Schlafstatt erhellt
Welten uns trennen
Ein Traum uns Schwingen verleiht
sind unsere Seelen eins

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Schwach windig

Wünschte die Brise
wehte von See,
wäre nicht hiesige
Dorfstraßenböe.

Bläse nicht Bratmax‘
und Tratsch zu mir her.
Ablandiger Wind, komm,
trag‘ mich ans Meer.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tumb

Warum nur geb‘ ich Worte,
warum lass ich sie los?
Sind kleiner, tumber Sorte,
bald jedes stellt mich bloß.

Ich werfe sie in Kreise,
die nicht die Meinen sind.
Leg die Beschämung leise,
dann abends in den Spind.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Reisig

Meine Hände, das Reisig
für ihre Tränen. Sie
rinnen hindurch,
und zeigen mir
hernach, wer
ich bin.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

oder Koch

Guten Morgen, ein Nicken,
Deut Lächeln, und noch,
die Hand an die Mütze.
Alte Schul‘, oder Koch.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Gewartet auf Dich, Traum

Gewartet auf Dich, Traum,
wo warst Du heut‘ Nacht.
Hoffe für Dich,
Du hielt’st bei ihr Wacht.

Gabst ihr Zuversicht,
Hoffnung,
für den heutigen Tag.
Würd‘ gutmütig sagen,
„Ich seh‘ es Dir nach“.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Mag die pastellenen Töne

Ich mag die pastellenen Töne,
wenn Nebel die Landschaft verhüllt.
Wünschte, ich säh‘ nur das Schöne,
mein Herz wär‘ mit Leichtem gefüllt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Jeder Tag ein weiterer

Jeder Tag ein weiterer
Stein, in der Mauer,
die ruft.

„Komm doch, nimm Anlauf“,
unerklimmbar, was er
erschuf.

Steht noch einmal davor,
Höhe zusehends
weit.

Schließt die Augen,
zum Gehen, nein,
er ist nicht
gescheit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Windbluse

Kennt all die schönen Pfade,
seit Jahr’n hier unterwegs.
Ihr Gang, die schönen Fesseln,
Bewunderung, wie stets.

Wenn ihr Weg kreuzt den meinen,
und ich sie seh‘ von fern.
Windbluse um die Hüften,
Hach, Lenz,
ich hab‘ dich gern.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Retoure

Der Himmel ist weit,
der Schmerz Weile her.
Gespannt auf das Neue,
das Leben, das Mehr.

Das Öffnen der Tage,
sachtes Schauen hinein.
Doch wieder Retoure,
vielleicht soll es
nicht sein.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Bloß, ich

Es ist wie es ist,
ich muss es für mich,
für mich, meine Seele,
mein Wohlergeh’n tun.

Ich gehe hier fort,
kein Weg führt zu Dir.
Geh‘ in mich, bloß mit mir,
nicht eher ist Ruh‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Ein Milan

Ein Milan, sein Tal,
und dann ein Gefährte.
War erfreut, als ich
hiesige Gegend
durchquerte.

Möchte sein mit den
Wilden, mit Luchs,
Wolf und Greif.
Ein Traum,
den zu träumen,
mir Wehmut
vertreibt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland