Tanka [08]

Die Häuser am Hang
in dichten Nebel gehüllt
Tal schlägt Augen auf
Gestern, im Hagelschauer
fand Deine Hand in Meine

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Tanka[07]

Wenn der Junimond
unsere Schlafstatt erhellt
Welten uns trennen
Ein Traum uns Schwingen verleiht
sind unsere Seelen eins

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Schwach windig

Wünschte die Brise
wehte von See,
wäre nicht hiesige
Dorfstraßenböe.

Bläse nicht Bratmax‘
und Tratsch zu mir her.
Ablandiger Wind, komm,
trag‘ mich ans Meer.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Tumb

Warum nur geb‘ ich Worte,
warum lass ich sie los?
Sind kleiner, tumber Sorte,
bald jedes stellt mich bloß.

Ich werfe sie in Kreise,
die nicht die Meinen sind.
Leg die Beschämung leise,
dann abends in den Spind.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Reisig

Meine Hände, das Reisig
für ihre Tränen. Sie
rinnen hindurch,
und zeigen mir
hernach, wer
ich bin.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

oder Koch

Guten Morgen, ein Nicken,
Deut Lächeln, und noch,
die Hand an die Mütze.
Alte Schul‘, oder Koch.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Gewartet auf Dich, Traum

Gewartet auf Dich, Traum,
wo warst Du heut‘ Nacht.
Hoffe für Dich,
Du hielt’st bei ihr Wacht.

Gabst ihr Zuversicht,
Hoffnung,
für den heutigen Tag.
Würd‘ gutmütig sagen,
„Ich seh‘ es Dir nach“.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Mag die pastellenen Töne

Ich mag die pastellenen Töne,
wenn Nebel die Landschaft verhüllt.
Wünschte, ich säh‘ nur das Schöne,
mein Herz wär‘ mit Leichtem gefüllt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Jeder Tag ein weiterer

Jeder Tag ein weiterer
Stein, in der Mauer,
die ruft.

„Komm doch, nimm Anlauf“,
unerklimmbar, was er
erschuf.

Steht noch einmal davor,
Höhe zusehends
weit.

Schließt die Augen,
zum Gehen, nein,
er ist nicht
gescheit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Windbluse

Kennt all die schönen Pfade,
seit Jahr’n hier unterwegs.
Ihr Gang, die schönen Fesseln,
Bewunderung, wie stets.

Wenn ihr Weg kreuzt den meinen,
und ich sie seh‘ von fern.
Windbluse um die Hüften,
Hach, Lenz,
ich hab‘ dich gern.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Retoure

Der Himmel ist weit,
der Schmerz Weile her.
Gespannt auf das Neue,
das Leben, das Mehr.

Das Öffnen der Tage,
sachtes Schauen hinein.
Doch wieder Retoure,
vielleicht soll es
nicht sein.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Bloß, ich

Es ist wie es ist,
ich muss es für mich,
für mich, meine Seele,
mein Wohlergeh’n tun.

Ich gehe hier fort,
kein Weg führt zu Dir.
Geh‘ in mich, bloß mit mir,
nicht eher ist Ruh‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Ein Milan

Ein Milan, sein Tal,
und dann ein Gefährte.
War erfreut, als ich
hiesige Gegend
durchquerte.

Möchte sein mit den
Wilden, mit Luchs,
Wolf und Greif.
Ein Traum,
den zu träumen,
mir Wehmut
vertreibt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Im April

Schwerer Geruch, geschlagener Fichten,
bei Nässe, die Waldwege tief.
Regen in Spuren beschlagener Pferde,
Kein Specht hört des anderen Hieb.

Nur manchmal, ein Rauschen,
ein Raunen im Rund.
Ein Blatt treibt auf Rinnsal vorbei.

Hat Segel gesetzt,
tut Vorfreude kund,
auf sonnwarme Tage im Mai.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Wird der Tag sein

Finger streichen über Wange,
langsam, sacht, unendlich schön.
Wieder dann, ein Warten, lange,
viele Monde, die vergeh‘n.

Endlich deine warme Stimme,
leise nur, ich bleibe dir.
Wird der Tag sein, da ich lebe,
ich die Angst und
Scham verlier‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Waldes Glück

Letzte Nebel noch in Zweigen,
Wege feucht und laubgetränkt.
Mach mir Waldes Glück zu eigen,
Hocherfreut raunt er:
„Geschenkt“.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

dann liegt man wach

dann liegt man wach,
nachts, lauscht auf den
Regen und fragt sich, ob
es bei ihr auch regnet, und
über einem schafft der Schauer
grad 1000 Anschläge in der
Minute, und dann wünscht
man sich, man könnte ihr
ein „schlaf schön“
schicken.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Falsche Worte

Falsche Worte musst
du nicht suchen.
Sie finden
dich,

legen sich dir in den
Mund, machen
es sich dort
bequem,

und warten auf den Augenblick
der für dich
Alles
ist.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0

Ich fürchte jedes Wort

Ich fürchte jedes Wort,
das ich zu Menschen sag.
Fürchte nicht die Nacht,
jedoch, sie mündet
in den Tag.

Muss dann aufs Neu beweisen,
dass ich das Leben kann.
Doch gehts nur,
wenn ich schweigsam bin,
sonst breche ich daran.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

0