Septembermorgen

Taufeuchtes Gras unter Sandalen,
besockte Füße, mir ist es gleich.
Manch‘ Halm, verwünscht mich,
den Vandalen. Steh‘ staunend
da, unendlich reich.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Anna

Hab mich gesehnt
nach Deiner Hand,
ruhend in meiner,
Gesicht zugewandt.

Rosa Rauschen,
Flamingos im Venn.
Herz zu verkaufen,
Dir hätt‘ ichs
geschenkt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Begegnungen[01]

Sie hob etwas auf,
das ihr aus der Hand
geglitten war.

Leuchtend rote Locken,
in denen sich ein
Lächeln aufhielt,
umspielten ihr
Gesicht.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Im Flutgebiet

Ich sah einen, sich
abmühenden, Spaten.

Er musste ganz aus
sich herausgehen,
weil die Kraft der
Frau, die ihn führte,
nicht mehr ausreichte.

Die Politik ist
weiter gezogen.

Alle Späße sind
gemacht.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Sommerwinde

Die Sonn‘, sie hat sich heut‘ geziert,
gar stürmisch war ’s und kühl.
Manch‘ fallend Blatt hat saltoiert,
manch‘ and’re sich vor mir geniert,
freut‘ mich gleichwohl am Spiel.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Wenn dann, am Abend

Wenn dann, am Abend,
der Schlaf mich hüllt,
auf die ihm eig’ne Weise,
in Fernweh lindernd Träume ein,

wenn wieder ich erwach allein,
dank ich ihm für die Reise.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Und abends

Und abends, wir,
vor einer Gartenlaube,
suchten Lieder,
hinter Fink und Meis‘ Gesang.

Ach wärs, dass
doch die Zeit mir raube,
Dein Lachen,
wie es im Ohr mir klang.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

eine flüchtige

Kennst mich nicht.
Sind uns nur zufällig.
Eine flüchtige.

Und doch.

Dein Blick trifft, dringt ein,
macht sich in meiner Seele breit.

Mein Herz schmeckt Minderwert,
implodiert auf Wunden.

Immer und immer,
immer wieder.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Meine Schöne

So geh‘ ich die Stunden und Tage,
auf Wegen, die neu mir und fremd.
Es hilft mir, dass ich es ertrage,
von Dir, meine Schöne, getrennt.

Muss geh’n, ohne Ziel, aus der Heimat,
muss geh’n, Schritt um Schritt,
für mich hin.

Zu befreien die Seele von Unrat,
bis zum Ende nur ich
dann noch bin.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Die Maus

So schwer der Ast, er drückt sie nieder,
wie lange schon, sie weiß es nicht.
Der Schmerz – in Wellen – immer wieder,
sie sieht nach oben – helles Licht.

Sie zieh’n vorbei, sie hört sie reden,
‚ich hab‘ geseh’n „Die Maus“ weiterlesen

Vor Panoramafenstern

Allein, vor Panoramafenstern,
bodentief, liege ich wach.
Ich denk‘ an Dich, an
jenes gestern, und weiß
sehr wohl, trägst es mir nach.

Nicht, dass ich da war, dass
ich hörte, wohl, dass ich
blieb, auch nach dem Schmerz.
Ich bin, das ist ’s,
was es mich lehrte,

ein simpler Beimensch, ein
schlichtes Herz.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Jesus liebt Dich

Suche Liebe,
hab kein Empfinden.
Suche Liebe,
spür mich verschwinden.

„Jesus liebt Dich“,
hör‘ ich euch noch reden.
Es sollte genügen.
Wie damit leben?

© Copyright Text Wolfgang Weiland