Dich zu vergessen

Dämm’rig kaltes Nieseln,
benetzt mir das Gesicht,
geh‘ dich zu vergessen,
allein,  ich kann es  nicht.

Ich gab mich zu erkennen,
obschon ‘s noch nie gelang,
mein Herze mag gesunden,
nach Jahr und Tagen dann.

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Leichte Last

Leichte Last,
habt ihr gedacht,
der schwere Mut,
habt mich verlacht.

Ein Holzlineal,
ein Nachtgebet,
bloßes Leben,
ungelebt.

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ich sein

Wenn alles geschrieben,
die Feder liegt brach,  
der Poet der Selbstsamen 
letzten Worten ruft nach,

’nehmt meine Gedanken,
verschafft selbst euch Gehör‘,
ich bin, der ich bin,
nichts wollt‘ ich je mehr.

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Ach Menschheit

Gleißend graue Wolken
ziehen am Firmament.  
Tun nicht, was wir sollten,
Einer dem Ander’n fremd.

Würden wir uns einen,
ganz gleich, ob alt, ob jung,
kein Arg könnt‘ uns so peinen.
Ach Menschheit, du bist dumm.

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Liebesstreif

Liebe, sag, bist Du das.
Ich bin, der mit sich spricht.
Schau der Menschenmenge
furchtflößend ins Gesicht.

Kenn‘ Deine Züge, abgewandt.
Bin verloren, Aug‘ in Auge.
Sage nur, geh‘ Deines Wegs,
glaub‘ nicht, 
dass ich Dir tauge.

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Immer noch

Immer noch, fühl ich mich wenig,
wenn ich vor Akademik steh‘,
ehrfurchtsvoll, gebückte Haltung,
Zeit nun, dass ich aufrecht geh‘.

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Bleibst mir

Verblassende Stimme,
bleibst mir Schwarzweiß.
Lebst in meinen Bildern,
glückstränenleis.

Seh‘ jede Nuance,
den Schatten, das Licht.
Graustufenschön,
ein Herz, das zerbricht.

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Scheinbar

Nur scheinbar an
mir interessiert.

Und schon.

Überspringt ein
Rad, beim Greifen
in ein anderes,
einen Zacken,
dieser entfällt mir

und legt sich meinem
Gegenüber vor die
Füße.

Diese/r
weiß nicht.

Der feuchtkühle
Herbstlaubwaldweg
ignoriert mein schiefes

Grinsen.

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Blattes Dank

So deckt mich
zu Dein junges
Laub, mein
letzter Herbst
wird ’s sein.

Ich ließ Dich
los vor langer
Zeit, zu Füßen
Dir in Ewigkeit,
warst Vater,
Halt und Heim.

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