13_02_2022

Bilder fehlen. Worte machen sich rar. Komme über einen Vierzeiler, den ich zum 5zeiler mache, nicht hinaus. Wundere mich, dass das Gefühl, für mein Zuzweitleben, hier das gleiche ist wie am letzten Wohnort. Eine Sache die ich, trotz der vielen Stunden, in der Therapie nicht so zur Sprache bringen konnte. Möchte mit jemandem reden. Übers Lesen, Schreiben, andere Dinge. Nur, die Scheu vor Männern ist da. Frauen, so mein Empfinden, weichen mir aus. Also bleibt es bei Gesprächen mit mir. Schreibe heute draußen. Eine Bank. 30 Meter entfernt eine offene Reithalle, mehr ein überdachter Platz. Zwischen uns ein Drahtzaun, davor die Hecke, die, jetzt im Winter, den Blick hindurch lässt. Sitze gerne hier. Heute auf einem Unterwegskissen. Mach doch was für Dich. Seit 40 Jahren, zweimal ich, nicht wir. Frau S. hat zugehört, ja. Doch es war auch ein, von der Allgemeinheit, bezahltes Zuhören. „So dürfen sie es nicht sehen, Herr Weiland“. Ganz wegdrängen konnte ich den Gedanken nicht. Und jetzt. Es ist nicht nur die Pandemie. Würde es mir damit zu einfach machen. Es ist, wie ich es hier aus mir heraus geschrieben habe. In der Halle dort bleibt ein Pferd an einem Hindernis hängen, doch lässt es trotzdem hinter sich. Versuche ich bei meinem nächsten, Fehlerpunkte ignorierend. Diese Freiheit wünschte ich dem edlen Tier dort auch…

© Copyright Text Wolfgang Weiland

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