21_04_2021

Kann den Regen hören, hier. War in Braunschweig nicht so. Dort wohnte noch eine Familie über der Wohnung, deren Mieter ich war. Hier schaue ich hinaus auf Rasen, der mir, im satten Regen, sein sattestes Grün zeigt. Ich kann im Moment nicht schreiben, also schreibe ich Dir. Am Rand der Rasenfläche, die lieblos zum gegenüber liegenden Grund gehört, steht, etwa auf Mitte, ein Vogelhaus. Tropfen sammeln sich am Rand des kleinen Daches, lassen sich auf das Grün fallen. Anderen macht es Freude, auf die Mülltonnen zu trommeln. Schwarz, mit braunem und gelbem Deckel. Eine dritte, ganz in dunkelhimmelblau. Ich schreibe Dir, und weiß doch, ich sollte es nicht. Sollte endlich. Von mir geschriebenes wird in den Ordner der überflüssigen, störenden Briefe umgeleitet. Werde mir eine E-Adresse einrichten, für solche Mails. Wenn das Postfach voll ist, leere ich es und alles ist wieder. Hier, nur das schrägspitze Dach über mir. Der Regen fällt schnurgerade. Nahezu windstill. Unter mir nur das ebenerdige Erdgeschoss. Eine große Wohnung, ein junges Paar wird noch im April einziehen. Eine dritte, die zweite kleine Dachgeschosswohnung ist noch nicht bezugsfertig. Ob der Hund der Vermieterin heute nach draußen möchte? Hellbraunes, zotteliges Fell. Und wieder der Gedanke, ein Gedichtebuch zu machen. Damit es eins gibt. Es ist schwierig, ich möchte mir begegnenden Menschen ins Gesicht schauen, brauche aber zu lange um mir dessen Züge einzuprägen, mich bei einer weiteren Begegnung erinnern zu können. Ein ‚wieder‘ erkennen. Kenne mich doch selbst oft nicht. Auch hier wohl, der Seltsame. Hatte neulich einen Band von Rilke ausgeliehen. Ihm war es eher möglich einer Frau nahe zu sein, auch im Gespräch. Geht mir auch so. Undenkbar mich offen, ohne Ängste, gleich welcher Art, mich einem Mann zu einem Gespräch zu nähern. Unten im Tal Nebel. Der Regen hier oben lässt nach.

ein Letztes

pass auf Dich auf

Wolfgang

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