02. 12. 2020

Manchmal, wenn mein Selbstgespräch ins Stocken gerät, könnte der Wald meinen, ich sei ein ganz normaler Spazierflanierer. Dann ist es still. Nicht so ruhig wie. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Hörgeräte, die ich seit Mai mein eigen nennen darf, immer, beim aus dem Haus gehen, zu tragen. Ich habe eine berufsbedingte Hochtonschwerhörigkeit und die Berufsgenossenschaft war, nach einem Gutachten, so freundlich die Kosten dafür zu übernehmen. Eine Probezeit, in der ich 3 Modelle für mich testete, ließ mich auch den Wald neu erleben. Vogelstimmen, ein Rascheln am Wegesrand, das sich beim Hinunterbeugen als Hinundherwuselgeräusch einer Waldmaus zu erkennen gab. In diesen Wochen trug ich die Dinger, wie ich sie freundschaftlich nenne, täglich. Und jetzt. Still.
Eine Florafaunafreundin, die ich sehr gerne einmal persönlich getroffen hätte, schrieb einmal, sie höre die Salatessgeräusche der Schnecken, die sie unweit ihrer Schlafstatt eine Zeit lang in einem Terrarium wohnen ließ. Toll. So ein feines Gehör. Ein Chor schmatzender Schnecken als Einschlafgeräusch. Ab morgen wieder Hörgeräte unterstützter Waldbesuch.
Eine andere Bloggerin, Christine, pausiert zur Zeit. Das ist schade,
doch, da sie schon länger schreibt, gibt es für mich noch Beiträge
zu lesen, die vor meinem Kennenlernen ihres Blogs entstanden sind. Ob meine Leser auch einmal ältere Texte neu lesen, weiß ich gar nicht, würde es mir jedoch wünschen.
In einer Fotocommunity, in der ich seit nunmehr 13 Jahren einen
Account habe, ist auch wenig Neues zur Zeit. Fotografen die, wie
andere Künstler auch, mit ihrer Kunst Geld verdienen müssen, sorgen sich um ihr Auskommen. Ob Familienaufnahmen, wie sie gerne zu Weihnachten als Aufträge hereinkommen, dieses Jahr im Studio möglich sind, weiß ich gar nicht. Die Politik wird es wissen. Sie weiß ja auch um die Wichtigkeit von Kunst und Kultur für die Kleinen und die dünneren Geldbörsen alleinerziehender Väter und Mütter. Meine eigene finanzielle Situation hat sich dieses Jahr entspannt. Die Erwerbsminderungsrente konnte ich in eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen umwandeln, mit geringen Abzügen zwar, doch so kann ich mit dem Arbeitsleben abschließen. Wobei ich wieder beim, eingangs erwähnten, Buchhorstspaziergang bin.
Wie mein Wald ab Februar heißen wird, habe ich noch nicht in Erfahrung gebracht. Wald hinter Seelbach womöglich. Ihm wird in jedem Fall eine genauso wichtige Rolle zukommen, wie dem Teichgebiet und dem Buchhorst hier. Mit Hörgeräten dann.
Versprochen.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

2 Antworten auf „02. 12. 2020“

  1. Guten Abend Wolfgang.
    Interessante Gedankengänge die du hier nieder schreibst. Ich denke der Wald an deinem neuen Ort wird dich genauso willkommen heißen wie der Bisherige.
    Es wird sicherlich etwas ungewohnt sein, aber hoffentlich im Laufe des Jahres dein neues zu Hause werden.
    LG, Nati

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