Politik

Wär‘ Politik nur Ehrenamt,
wie möchte das wohl sein.
Gar unbezahlter Sachverstand,
die Blender packten ein.

Redenschreiber bräucht‘ man nicht,
kein Ferienhaus im Schilf.
Minister, die kein‘ Sorg‘ je ficht,
uns bleibt wohl nur –
‚Herr, hilf‘.

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An die Enkel

Großväter werden älter
in diesen Tagen.
War noch zu jung,
den Meinen zu fragen.

Ein Onkel hieß Adolf –
kommt mir jetzt in den Sinn.
So hießen doch viele,
für mich war’s nicht schlimm.

Ging in mein Zimmer,
hörte den Beat.
Mach doch mal leiser,
die Negermusik.

Bin mit mir zufrieden,
jetzt, kurz vor dem Schluss.
Sag‘ ja heut‘ Schoko-
nicht Negerkuss.

Großväter werden älter
in diesen Tagen.
Enkel fragen eher
in diesen Tagen.

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Darum

Ihr zeigt ihm Gewalt
und schaurige Fratzen.
Sein Plan nimmt Gestalt,
die Bombe wird platzen.

Sucht nur das Motiv,
hat keines dabei.
Bei Gott, den er rief –
jetzt ist er frei.

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Braun zu Grün

Braune Halme,
wieder grün,
wenn schließlich
Regen fällt.

Die Gesinnung,
eine Wiese,
wie einfach
wär‘ die Welt.

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Die Erwählten

Hinterlassen keine Spur
von Scham

Gehen, statt in die Geschichte
in die Wirtschaft

Verhöhnen unsere Kindeskinder
und deren Zukunft

Sagen, wenn sie in den
Arbeitsmodus gehen

Genießen den Lebensabend
im abgesicherten Modus

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Was ist der Mensch

Was ist der Mensch,
ein Schiff zu bauen inmitten seines Landes,
dann selbst zu fluten, den Fluss zu stauen,
ist jenseits des Verstandes.

Was ist der Mensch,
Bäume zu roden, zu unterhöhlen Städte,
auf dass ZeitGewinne fließen,
für ein paar Leute – fette.

Was ist der Mensch,
Gerät zu schmieden zum Führen eines Krieges.
Dabei ist klar, es gab noch nie,
die kleinste Spur des Sieges.

Was ist der Mensch,
die Saat zu schützen auf ganzer Völker Kosten.
Die Biene wird geopfert –
Sie schachern um Geld und Posten.

Was ist der Mensch,
doch eigentlich nur Kreatur von Vielen.
Sie ist dabei und sputet sich –
hier alles zu verspielen.

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…Sie……………

Wenn Sie begegnen,
im schützend‘ Dunkel.
Sie wollen zwar segnen –
doch sind Furunkel.

Sie dringen tief,
lassen niemals mehr los.
Du bist doch ihr Gott –
wo ist dein Schoß…?…

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Das Rennrad

Ein alter Herr,
das Rennrad, weiß,
ist auf dem Weg
mit ihm, zum Greis.

Noch gestern fuhr
er mit ihm aus.
Ich seh‘ die Trauer,
Geleit nach Haus‘.

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Einflussnahme

Reklameminister
mit dem Tornister
liebvoller Worte.

Fabrikeigners Pforte
öffnend sogleich-
ihr Himmelreich.

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War eine Frau

War eine Frau aus der Mitte,
die wusste, es war gute Sitte,
sich wählen zu lassen.
Doch schien ’s ihr zu passen,
zu biedern sich an rechte Dritte.

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