Schulnot/durft

Sind zivilisiert, haben Kultur.
Es ficht sie nicht an,
Kind auf dem Flur
einer Schule, das gerade
die Hose sich nässt.

Dividenden und Boni,
ich bin ’s,
der sie lässt.

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Akrobat

Ein Akrobat, nicht in Gefahr,
ist dieses Netz, doch, Jahr um Jahr,
willst Großes Du noch größer sehen.
Sein Wagemut, Du lässt ’s geschehen.

Man treibt den Ander’n, für sein Wohl blind,
in ein Verderben. Wir alle sind
doch für den Nächsten Halt, Geleit.
Lasst es uns üben, ’s ist an der Zeit.

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USA

Einst starker Helfer,
gegen Hunger und Not.
In Paketen Schokolade,
Arznei, Korn und Schrot.

Doch heut‘ muss ich sehen,
es gefällt mir nicht gut,
geblieben, 3 Buchstaben,
auf einem Hut.

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Tanka[06]

Meint Politik auch,
sich jetzt noch Zeit zu nehmen,
zu hinterfragen,
welche Aussage einem
selbst von Nutzen sein könnte?

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Tanka[05]

Primatenzentrum.
Vielfach zugefügtes Leid,
in Kauf genommen.
Den Kelch Niederen gereicht.
Warum höre ich euch nicht.

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Ewiges Leben

Ewiges Leben,
würde es geben.

Sagten sie Dir,
schlossen die Tür.

Dann im Geheimen,
mit sich im Reinen,

um ’s Leben geschehen,
man sagt doch –
Vergehen.

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Alle Zeit der Welt

Sie werden Plastik reduzieren.
Sie werden Glyphosat verbieten.
Sie werden aus der Braunkohle aussteigen.
Sie werden irgendwelche Klimaschutzziele erreichen.
Sie nehmen sich alle Zeit der Welt…

…bis die Welt keine mehr hat.

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Ein Gesicht

Ein Gesicht,
nicht wie das Eine,
das mit Abscheu
auf Einschränkung zeigt.

Ein Gesicht,
nicht wie das Seine,
das vor rechtem
Gut sich verneigt.

Ein Gesicht,
so wie das Meine,
das sein Kinn hebt,
und doch ängstlich schweigt?

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Tanka[04]

Die Macht, dem Menschen
greifnah, lässt Ihn zu einem
Ansichselbstdenker
werden, der jene, welche
Fremdscham überkommt, verlacht.

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Manch‘ Blick

Manch Blick kann Ruhe schaffen.
Manch Blick möcht‘ helfend gaffen.
Manch Blick lässt sich erwidern.
Manch Blick verkommt zum Biedern.

Manch Blick vermag zu lachen.
Manch Blick gar Freud‘ zu machen.
Manch Blick von Hass getrieben.
Manch Blick erzählt vom Lieben.

Manch Blick getrübt von Trauer.
Manch Blick erricht‘ die Mauer.
Manch Blick wend’t sich nach innen,
zu seh’n was recht tief drinnen,
in einer Seele ruht.

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Baumgefühl

Wurde gefragt,
geht ’s Dir nicht gut?
Antwortete,
zu dick mein Blut.

Hab‘ Durst,
mir sagt mein Baumgefühl,
für Euch,
ist Klima, Spaß und Spiel.

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Tanka[03]

Himmelslaterne,
sie erleuchtet das Dunkel,
schöner Gedanke,
wäre nur keine Fährnis.
Unvernunft, menschlich, vielfach.

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Toleranz

Dulden meint doch nur
zu lassen.
Es reicht doch nicht,
nur nicht zu
hassen.

Die Hände tief in
edlem Stoff.
Vor uns, bedürftig‘ Mensch
der hofft,
sie würden nach ihm
ausgestreckt.

Wir haben Menschlichkeit
versteckt.
Gerade Wege, ignorant
und stur.
Die Erde duldet uns
doch nur.

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Tanka[02]

Die Armut findet
zu den Menschen, sie öffnet
Türen, mit Namen,
so wohlklingend wie, junge
Mutter, alleinerziehend

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Das arme Wort

Das Wort wiegt schwer,
hat gar Gewicht.
grad‘ erst gesagt,
steht ’s schon im Licht.

Es ist wohl Hoffnung,
Trost, schlaue Kund,
doch ’s ist nichts wert,
kam aus armem Mund.

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Geh’n nie zu Fuß

Ob der vielen Droschken staunend,
den Kopfe schüttelnd am Fahrwegrand.
Einfält’ger Mann, zum Andern raunend,
‚geh’n nie zu Fuß‘, bleibt unerkannt.

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Kindes Momente

Grad‘ ein Jahr,
doch viel Vertrauen.
Zeigt der Welt,
schau, ich bin da.

Mutter,
solltest zu ihm schauen.
Die Momente
werden
rar.

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Politik

Wär‘ Politik nur Ehrenamt,
wie möchte das wohl sein.
Gar unbezahlter Sachverstand,
die Blender packten ein.

Redenschreiber bräucht‘ man nicht,
kein Ferienhaus im Schilf.
Minister, die kein‘ Sorg‘ je ficht,
uns bleibt wohl nur –
‚Herr, hilf‘.

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Darum

Ihr zeigt ihm Gewalt
und schaurige Fratzen.
Sein Plan nimmt Gestalt,
die Bombe wird platzen.

Sucht nur das Motiv,
hat keines dabei.
Bei Gott, den er rief –
jetzt ist er frei.

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