Wer du bist

Wer du bist,
mag niemand sagen.

Wer du bist,
weißt nicht mal Du.

Wer du bist,
nach tausend Fragen
an dein Bildnis,
niemals Ruh‘.

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Dies Jahr

Du wirst das Neue nehmen,
dies Jahr, das jetzt beginnt.
Ihm wird ’s an gar nichts fehlen,
wenn nur Dein Schmerz zerrinnt.

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Er träumt

Er träumt, kleine Hallig,
Er, Hund und das Meer.
Vier Monde Land unter,
Ach, Sehnsucht, so schwer.

Ein Band, fast entzwei,
Sein Halten nur schwach.
Sturmtosende Wellen,
Solch‘ Sehnen, ach, Ach.

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Hannah

Wo Hannah ist,
war Leben.
Wo Hannah ist,
war Mut.

Wo Hannah ist,
jetzt Zweifel.
Wo Hannah ist,
noch Glut.

Wo Hannah ist,
ein Hauchen.
Wo Hannah ist,
lebt Mut.

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Weder Namen

Weder Namen
noch Gesicht.
Nur die Ahnung,
aus ferner Sicht,

ging etwas entzwei,
wird nicht wieder gut.
Die Fülle der Sehnsucht
in mir –
die Flut.

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Schulterblick

Ein Herz sah sich nach Ander’n um,
war ängstlich,
konnt‘ nicht fühlen.

Kam eins des Weges, doch wie dumm,
tat nichts –
es wollt‘ nur spielen.

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Glaubensbrüder

Sollt‘ Bruder sagen,
er tat es nicht gern.
Ist ihm gar deshalb
sein Bruder so fern?

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Ein Morgengruß

Ein Morgengruß,
‚Du bist mir lieb‘,
verließ g’rad‘
meine Hand.

Doch ist es gleich,
was ich Dir schrieb,
ich bleib‘ Dir
unbekannt.

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Tanka[01]

Dein schwerer Schmerz wird
jetzt leichter, ich helfe Dir
tragen, sieh, meine
Schultern harren seiner Last-
hätte ich so gern gesagt.

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Seltenes Glück

Gelesen,
mittdrin gewesen,
gefiebert,
gezögert und
doch fallen lassen.

Worte verbraucht,
mitgeschwommen,
eingetaucht,
nach oben, dann
wieder Licht.

Ein Buch wie – ich –
seltenes Glück.

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Wintermorgengedanken

Blätterrascheln wird zum Knistern,
Atemzeichen aus Pferdes Nüstern.
Stell‘ mir nur vor,
wie schön ’s jetzt wär‘,

Auf Freundes Rücken,
zu entflieh’n dem Heer
der Sorgen, Ängste und Optionen.

Oh ja, ich denk‘
es würd‘ sich lohnen.

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Seelenbrief

Die Seel‘ schrieb einer Zweiten,
möcht‘ tröstend dich begleiten,
möcht‘ lindern Kummer,
Sorg‘ und Pein.

Versuchen, ferner Freund
zu sein.

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Halbes Herz

Staffelei auf Bodendielen.
Polaroid, ein halbes Herz.
Tage, die sich farblos fühlen,
hinter Lidern, Sehnsuchtsschmerz.

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