Unterm Blattwerk

In Blattwerk’s Schatten sitz‘ ich hier,
gelehnt an Baumes Rinde.
Wenn ich ein früh’rer Dichter wär,
träf‘ ich Frau Mades Kinde.

Doch, da ich nur ein heut’ger bin,
noch dazu spät berufen,
muss einseh’n ich, dass nicht gelingt,
zu schaffen, was sie schufen.

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Winter[06]

Gehalten hab‘ ich viel zu lang,
auch jetzet wieder, mir war bang,
beim Blick nach unten, konnt‘ nicht los,
geklammert gar, die Kält‘ wird groß.

Geblinzelt feucht, ist wohl der Schnee,
auch dieses Mal tut es noch weh,
ins Rund geschaut, ich bin ja nur
das letzte Blatt auf hoher Flur.

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Baumgefühl

Wurde gefragt,
geht ’s Dir nicht gut?
Antwortete,
zu dick mein Blut.

Hab‘ Durst,
mir sagt mein Baumgefühl,
für Euch,
ist Klima, Spaß und Spiel.

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Wald[02]

Lehn‘ mich sachte bei dir an.
Bist mein Nachbar.
Sturm, und dann,
Wurzelballen die sich heben.

Gibst mir Halt –
und ich darf leben.

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