zu lang’…

Gehalten hab‘ ich viel zu lang,
auch jetzet wieder, mir war bang,
beim Blick nach unten, konnt‘ nicht los,
geklammert gar, die Kält‘ wird groß.

Geblinzelt feucht, ist wohl der Schnee,
auch dieses Mal tut es noch weh,
ins Rund geschaut, ich bin ja nur
das letzte Blatt auf hoher Flur.

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Winter[04]

Lass wieder Spuren
auf Weges Stein.
Gleich in der Früh’
fing es an zu schnei’n.

Wird wohl so sein,
dass der Fuhrwerke Gischt,
sie, noch bevor ‘s dämmert,
wieder verwischt.

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Winter[02]

Möchte bleiben wie sie ist,
doch der And’re kennt die List,
weiß wie er es anstell’n muss,

ruft noch Freunde und zum Schluss
ist die kleine Flocke dann,
auch nur Regen –


denkt – ‚ooch Mann‘.

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Wintermorgengedanken

Blätterrascheln wird zum Knistern,
Atemzeichen aus Pferdes Nüstern.
Stell‘ mir nur vor,
wie schön ’s jetzt wär‘,

Auf Freundes Rücken,
zu entflieh’n dem Heer
der Sorgen, Ängste und Optionen.

Oh ja, ich denk‘
es würd‘ sich lohnen.

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Ein Zweig

Ein Zweig im ersten Eise,
friert vor sich hin.

Die Meise,
sieht es, bricht es,
setzt sich hin:

‚Dein Glück,
dass ich geblieben bin.‘

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Regen[02]

Wind kommt auf,
die Wolken üben
in der Höh‘ den
Schulterschluss.

Beschirmter Bub,
um Pfütze kreisend,
wartet auf den
Regenguss.

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Drachentraum

Die Schnur ist gespannt,
das Kind zieht mit Ruck.
Gleich bin ich dort oben,
mit Ander’n und guck,

auf Halme und Sträucher,
vom Wind aufgebäumt.
So schön sollt‘ es bleiben –
ein Drachen der träumt.

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Winter[01]

Gestern noch Schwimmenderweise,
heute schon auf dünnem Eise.
Leise gleite ich dahin.

Schnell den Wind um Stärke fragen,
werd‘ den Tanz im Kreise wagen,
mit dem Blatt das mit mir hing.

Einst am Baume – nicht weit oben –
vereint wir dann den Froste loben,
der die Melodei uns singt.

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Herbstfeucht[02]

Der letzte Nebel ist verflogen,
Sturmgewölk ist aufgezogen.
Die Bäume in verängstigt Pose,
der Herbst macht grad
auf dicke Hose-

und trotzdem ist mir kalt…

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Oktoberende

Kaltböige Laubwirbelwinde
überfallen mich wie Gesinde,
bald vermengt mit Geäst,
zu verscheuchen den Rest
der vom Frühherbst geblieben.

Wege von Schnittholz gesäumt,
unter dem Schuhwerk – es träumt
schon von knirschendem Schnee,
gar gefrorenem See.
Dunkel wird ’s gegen halb Sieben.

Ein trübneblig Glanz überzieht
Fahrweg und Gehsteig, man sieht,
letztmals Laternen umschwirrt,
im warmen Zuhaus‘ jetzt es wird
ein Abend den beide wir lieben.

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Herbstfeucht[01]

Fast lautlos
geht es heut‘ dahin,
dem neblig‘ Laub steht nicht der Sinn,

die Still‘ zu stör’n die mir vergönnt.
Vielleicht würd’s rascheln,
wenn es könnt‘.

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Herbstwind

Herbstwind, nimmst Dir die Gedanken,
die heut‘ trüben mir den Sinn.
Lässt statt Ihrer Träume ranken,
in denen noch mal Kind ich bin.

Einmal noch bei Oma vespern.
Sprudel, Fleischwurst, Senf und Brot.
Manchmal wünsch‘ ich mich nach gestern.
Manchmal, wenn mein Herz in Not.

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Überzieher

Überzieher aus feinem Garn
über den Schultern.
’s ist noch warm.

Oktoberlanger Schatten weit
vorausgeeilt.
Beginn der Zeit

die mir im Jahr
so kostbar
ist.

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Nebel[01]

Erahnt das Ufer,
mehr als er ’s sieht.
Ruht neblig der See,
weiß wie ihm geschieht,

alsbald eine Hand
nach der Seinigen greift.
ZweisamkeitsMorgen,
von Schwaden umstreift.

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Regen[01]

Kopfsteinpflaster liegt im Glanz,
pfützübersät,
der Regen kann ’s

leuchten lassen, gar hell erstrahlen –
wär ’s wie wir,
würd ’s damit prahlen.

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Ein kleiner Tropf‘

Ein kleiner Tropf‘ wär‘ ich jetzt gern,
ein Tropf‘ als Teil des Regens.
Ich wär‘ in nah, und auch in fern,
der Retter manchen Lebens.

Ins Feuer würd‘ ich stürzen mich,
ich wäre Floras Held.
Ach könnt‘ ich’s doch nur sein für dich,
in deiner Menschenwelt.

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