Stirntränen

Auf einmal wach,
tränenfeucht meine Stirn.
Wusste erst nicht.

Deine Tränen rannen aus
meinen Augen, bahnten
sich, meine Stirn

liebkosend, ihren Weg
auf das Kissen, das
mir Halt gibt,

des Nachts.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Vier Uhr Dreißig

Öffne die Lider, setze
mich auf, lange hinüber
auf den Hocker,

ertaste die Schachtel,
und drücke einen Tag aus
dem entnommenen
Blister.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Regengeruch

Regengeruch mit heimgebracht,
war noch an Schuhen.

Und dann in die Nacht,
Wieder gehalten,
so kalt,
deine Hand.
Wieder geträumt mich
fast um den Verstand.

Und heut‘ in den Tag,
nur ein Warten, bis dann,
ich werd‘ wieder getragen,
wie die Nacht nur es kann.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tanka[07]

Wenn der Junimond
unsere Schlafstatt erhellt
Welten uns trennen
Ein Traum uns Schwingen verleiht
sind unsere Seelen eins

© Copyright Text Wolfgang Weiland