Vor Panoramafenstern

Allein, vor Panoramafenstern,
bodentief, liege ich wach.
Ich denk‘ an Dich, an
jenes gestern, und weiß
sehr wohl, trägst es mir nach.

Nicht, dass ich da war, dass
ich hörte, wohl, dass ich
blieb, auch nach dem Schmerz.
Ich bin, das ist ’s,
was es mich lehrte,

ein simpler Beimensch, ein
schlichtes Herz.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Jesus liebt Dich

Suche Liebe,
hab kein Empfinden.
Suche Liebe,
spür mich verschwinden.

„Jesus liebt Dich“,
hör‘ ich euch noch reden.
Es sollte genügen.
Wie damit leben?

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Hast du ihn gesehen?

Hast du ihn gesehen?
Er ruft, und du siehst
niemanden sonst.

Hast du ihn gesehen?
Er spricht, und du siehst
niemanden sonst.

Hast du ihn gesehen?
Er flüstert, und du siehst
niemanden sonst.

Hast du ihn gesehen?
Er weint, und da ist
niemand außer dir.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

5 Bänke, 5 kurze Gedichte

Begegne Euch, sag, ‚auf ein Wort‘,
und krieg‘ von jedem Eines.
So gern, ein Vers, der Welten rührt.
Für ’s Ende nehm‘ ich Deines.

Hoch über mir, mit weiten Schwingen,
ein Greif, so scheints,
kenn‘ mich nicht aus.
Wie gern wär‘ ich des Falkners Freund,
und zög‘ mit ihm hinaus.

Drin, auf dem Tische, gleich Schülers Rede.
Hält eine Bibel, gestreckter Arm.
Doch weit gefehlt, sein altes Netbook,
ist auf der Suche, nach Wireless Lan.

Ein Hund möcht‘ schau’n, was ich hier treibe.
Hört nicht auf ‚NEIN‘, mir ist es gleich.
Er schaut mir, kurz nur, in die Augen,
ein Augenblick, an Glück so reich.

Die letzte Bank, auf einer Strebe,
an deren Ende, ein bunter Stein.
Stell‘ Dir nur vor,
wie Kinderhände bemalten ihn.
Kann ’s Dich erfreu’n?

© Copyright Text Wolfgang Weiland

…bin auf der Suche, nach einem Ort hier,
an dem ich meine Worte und mich wiederfinden kann…

Pferdes Spuren

Hufabdrücke, eingegraben,
tief, in Wege, möcht‘ dir sagen,
einmal führen, deinesgleichen,
über diese, zu erreichen,

eins zu sein, mit solchem Wesen.
Mag, von schwerem Mut genesen,
dann die Welt von neuem seh’n.
Wie ich ’s träumte, war es schön

© Copyright Text Wolfgang Weiland

…lag Dir im Weg………………

Die Stimme ist noch fremd

Stein in der Hand, lag dir im Weg,
sollt’ tragen ihn zur Seit‘.
Die Stimme ist noch fremd, die sagt,
„Ich bin nicht mehr bereit“.

Aus deinen Steinen, meine Mauer,
ich werfe mich dagegen.
Mich selbst zu lieben, wie ich bin,
im letzten Fünftel Leben.

© Copyright Text und Bild Wolfgang Weiland

Herzbruch

Als wäre in meinem
Herzen ein Steinbruch.

Als käme dieser,
nach der letzten Sprengung,
nicht zur Ruhe.

Als lägen die Brocken
und Steinchen herum
und ein jeder und
ein jedes
riefe
nach
Dir.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Du, Feder

Viel Worte wollt‘ ich sagen,
doch druckste nur herum.
Du, Feder, sollst es wagen,
doch diesmal bleibst Du stumm.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Ihr Gesinde

Für kaum ein Geld ward hergestellt
die Maske, von dem Kinde.
Goldsäcke nun vor Eurer Tür,
was seid Ihr für Gesinde.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Haus am Hang

Seh‘ die Hand, die Du reichst,
Haus am Hang.
Magst mir ein Heim sein, gar
restlebenslang.

Sie zu ergreifen, bin noch
nicht so weit.
Muss weiter suchen, gib mir
etwas Zeit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Wildpferde

Wildpferde auf Hochplateau,
träum‘ zurück mich
zu Karl May.

Eil‘ Dir zu Hilfe, im tiefen Tal,
bleib ihm als Geisel,
Dich gibt es frei.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Muss hüten

Muss hüten mein Sehnen,
nur teilen mit mir,
’s wird missverstanden,
schließ‘ leise die Tür.

Flüster ’s heraus,
aus voller Kehl‘.
Kann mir nicht sagen,
wie sehr ich mir fehl‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Was willst Du bloß

Alter Mann, was willst Du bloß,
fiel doch Glück, in Deinen Schoß.
Hand voll Leid, zehnmal so groß,
das Glück;
sag mir,
was willst Du bloß.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Dich zu vergessen

Dämm’rig kaltes Nieseln,
benetzt mir das Gesicht,
geh‘ dich zu vergessen,
allein,  ich kann es  nicht.

Ich gab mich zu erkennen,
obschon ‘s noch nie gelang,
mein Herze mag gesunden,
nach Jahr und Tagen dann.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Leichte Last

Leichte Last,
habt ihr gedacht,
der schwere Mut,
habt mich verlacht.

Ein Holzlineal,
ein Nachtgebet,
bloßes Leben,
ungelebt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland