Oberholz

Unterholz war auch
einst oben.
Laub und Äste,
Eicheln auch.

Von Umständen hinab
gezogen,
zu wärmen jetzt
der Erde Bauch.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Draußen sein

Am Teich sitzen,
Libellen über dem Wasser,
tauchen ihre Rüssel ein.
Wasservögel ziehen ihre Bahn.
Draußen sein –
schön so.

Im Wald umhergehen,
immer auf dem Weg,
dennoch frische Wildspuren.
Einen Wolf ahnen,
Wald aufnehmen.
Draußen sein –
schön so.

Leute reden,
finden mich seltsam –
draußen sein…

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Einst ein Hutewald…

Seit Aberhundert Jahren stehst du auf diesem Fleck.
Seit den erwachs’nen Tagen erfülltest du den Zweck
des Regendaches, schütztest vor Gefahr und Pein,
es tat dir gut inmitten der Tiere zu sein.

Als Teil des Hutewald’s, von Schafen manch‘ Kuss.
Nicht so wie heute wo der Wald weichen muss.
Ihr seid nicht mehr viele, doch habt viel geseh’n.
Wenn ich dir begegne; stolz seh‘ ich dich steh’n.

Nur schnelle Schritte, kein Vieh streift dich sacht.
Wir sind uns vertraut, dein Blick gibt mir Kraft.
Einst Mitte der Weide, heut‘ nur Wegesrandbaum,
es war’n wieder wir, die zerstörten den Traum.

Wer will überdauern, ich denk‘ dir kann’s gelingen.
So viele Jahre, man kann sie bezwingen und nutzen
zur Erhaltung von Arten, von Wäldern und Flur.
Ich durfte dich kennen, bin dankbar dafür.

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Ein kleiner Tropf‘

Ein kleiner Tropf‘ wär‘ ich jetzt gern,
ein Tropf‘ als Teil des Regens.
Ich wär‘ in nah, und auch in fern,
der Retter manchen Lebens.

Ins Feuer würd‘ ich stürzen mich,
ich wäre Floras Held.
Ach könnt‘ ich’s doch nur sein für dich,
in deiner Menschenwelt.

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Der Graue

Es dämmerte schon, ich war unterwegs
zu mir, wie so oft mit den Jahren.
Da sah ich ihn schemend am Feldesrand
stehen, wir witterten beide Gefahren.

Ich blieb wo ich war, er schaute
herüber mit bernsteinfunkelndem Blick.
Dann duldete er, dass wir Nähe
uns gaben, ich ging auf ihn zu –
nur ein Stück.

Wir ließen uns nieder, ich hörte
ihn reden – von Eltern von Heimat und Hatz.
Ein Leben zu finden mit Gefährten wie früher
in Freiheit hier wäre sein Schatz.

Er lebte mit ander’n, er übte
mit Jungen die Jagd – gab ihnen Schneid.
Als Bauern und Züchter gewohnt an ihn
waren und Jäger nicht platzten vor Neid.

In Zeiten als Menschen die Grenze noch
kannten – er – Nahrung suchte und fand.
Normal war, dass Wölfe in Wäldern hier
lebten, weit fort von Auge und Hand.

Da erhob er sich langsam – er müsse nun
weiter – kein Ende der Suche in Sicht.
Mich fröstelt auf einmal – die Ruhe gibt
nach – die Lider erahnen das Licht.

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