in mir

Wie kann ich zeigen,
was in mir ist ?

Wie soll ich sagen,
was du mir bist ?

Wann darf ich ’s wagen,
nach welcher Frist ?

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Wintermorgengedanken

Blätterrascheln wird zum Knistern,
Atemzeichen aus Pferdes Nüstern.
Stell‘ mir nur vor,
wie schön ’s jetzt wär‘,

Auf Freundes Rücken,
zu entflieh’n dem Heer
der Sorgen, Ängste und Optionen.

Oh ja, ich denk‘
es würd‘ sich lohnen.

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Halbes Herz

Staffelei auf Bodendielen.
Polaroid, ein halbes Herz.
Tage, die sich farblos fühlen,
hinter Lidern, Sehnsuchtsschmerz.

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Kleine Lüge

Kleine Lüge ließ sich speien,
aus dem Munde, durch die Tür.
Kleine Lüge konnt’ gedeihen,
auf dem Wellenkamm zu mir.

Kleine Lüge wurd’ noch größer,
ließ mich leiden wie ein Tier.
Kleine Lüge wollte schreien –
wollt’ ich nicht, kann nichts dafür.

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Ein Zweig

Ein Zweig im ersten Eise,
friert vor sich hin.

Die Meise,
sieht es, bricht es,
setzt sich hin:

‚Dein Glück,
dass ich geblieben bin.‘

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Regen[02]

Wind kommt auf,
die Wolken üben
in der Höh‘ den
Schulterschluss.

Beschirmter Bub,
um Pfütze kreisend,
wartet auf den
Regenguss.

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Wir waren Wir

Seichte Furt,
g’rad‘ knöcheltief.
Ich ging hindurch,
obschon ich schlief.

Sah dich dort drüben,
wollt‘ hin zu dir.
Hast nicht gerufen,
wir waren wir.

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Fristlos

Wenn Du doch weißt,
was Liebe ist,
hast sie gespürt –
setz keine
Frist.

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Winter[01]

Gestern noch Schwimmenderweise,
heute schon auf dünnem Eise.
Leise gleite ich dahin.

Schnell den Wind um Stärke fragen,
werd‘ den Tanz im Kreise wagen,
mit dem Blatt das mit mir hing.

Einst am Baume – nicht weit oben –
vereint wir dann den Froste loben,
der die Melodei uns singt.

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Oktoberende

Kaltböige Laubwirbelwinde
überfallen mich wie Gesinde,
bald vermengt mit Geäst,
zu verscheuchen den Rest
der vom Frühherbst geblieben.

Wege von Schnittholz gesäumt,
unter dem Schuhwerk – es träumt
schon von knirschendem Schnee,
gar gefrorenem See.
Dunkel wird ’s gegen halb Sieben.

Ein trübneblig Glanz überzieht
Fahrweg und Gehsteig, man sieht,
letztmals Laternen umschwirrt,
im warmen Zuhaus‘ jetzt es wird
ein Abend den beide wir lieben.

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Kleine Sehnsucht

Kleine Sehnsucht,
einst großes Fehlen.
Nur einmal versucht,
davon sich zu stehlen.

Wurd‘ fest gehalten,
blieb, wuchs und gedieh.
Jetzt, da sie groß ist,
besiegst du sie nie.

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Herbstfeucht[01]

Fast lautlos
geht es heut‘ dahin,
dem neblig‘ Laub steht nicht der Sinn,

die Still‘ zu stör’n die mir vergönnt.
Vielleicht würd’s rascheln,
wenn es könnt‘.

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