…Sie……………

Wenn Sie begegnen,
im schützend‘ Dunkel.
Sie wollen zwar segnen –
doch sind Furunkel.

Sie dringen tief,
lassen niemals mehr los.
Du bist doch ihr Gott –
wo ist dein Schoß…?…

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Nachtausklang

Neuer Morgen begrüßt dich leis‘,
Mond verlässt gegeb’nen Kreis.
Bettes Wärme weicht – ’s ist kühl,

Hier am Fenster – ein Gefühl.
Über Wangen rinnen sacht,
die letzten Tränen der Nacht.

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Für die Nacht

Der Tag sieht helles Minenspiel
und freundliche Gesichter.
Doch nach der Dämm’rung bleiben nur
Laternen, Neonlichter.

Die Nacht bekommt nun zu Gesicht
was der Tag ihr übrig ließ
und sagt sich, morgen denk ich dran,
dass ich die Augen schließ‘.

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Als irgendwann

Näher,
als irgendwann.

Weiter,
so weit ich kann.

Lauf wieder weg,
bleibst nur ein Bild,

ein Sehnen, das
wohl nie gestillt.

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Hallo Tag

Hallo Tag,
was für mich dabei.

Das mir hilft

Dich rumzukriegen.

Was zu bewirken,
vielleicht
sogar
für Andere.

Was zu tun,
das in Erinnerung bleibt.
Vielleicht sogar mir.

Was zu tun,
das über Dich hinauswächst.

Was zu tun,
das nach Vielen
die nach Dir kommen,
noch da ist.

Die Welt
zu verändern –
auch wenn’s nur meine ist.

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Erinnern

Erinnern
meint,
sich kümmern,
um gelebte Tage,
zu stellen in Frage,
manch‘ gegangenen Weg.

Erinnern
meint,
verschlimmern,
dieses sanftschlimme Beben,
ein nochmal zu Erleben,
manch‘ vergangenen Schmerz.

Erinnern
meint,
ein Flimmern,
wenn geliebte Stunden
drehen ihre Runden,
im leichtschweren Herz.

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Das Rennrad

Ein alter Herr,
das Rennrad, weiß,
ist auf dem Weg
mit ihm, zum Greis.

Noch gestern fuhr
er mit ihm aus.
Ich seh‘ die Trauer,
Geleit nach Haus‘.

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Ein Weg

Ein Weg ist schwer
ein and’rer leicht.
Ein Weg ist Meer
ein and’rer seicht.

Ein Weg heißt Freud
ein and’rer Leid.
Ein Weg bereut
vertane Zeit.

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Einflussnahme

Reklameminister
mit dem Tornister
liebvoller Worte.

Fabrikeigners Pforte
öffnend sogleich-
ihr Himmelreich.

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War eine Frau

War eine Frau aus der Mitte,
die wusste, es war gute Sitte,
sich wählen zu lassen.
Doch schien ’s ihr zu passen,
zu biedern sich an rechte Dritte.

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Es flog ein Wort

Es flog ein Wort,
mit Bedacht gewählt,
für immer fort.
Doch weit gefehlt.

Es kam zurück
als Nachgeschmack –
return to sender,
oh what fuck.

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Der enttäuschte Vers

Hör‘ Verses Beschwerde,
er sei ungelesen.
Bin doch auch
dabei gewesen.

Muss ihm sagen,
Zeit wiegt zu schwer.
Darf auch nicht schmälern
Frühdichters Ehr‘.

Doch wurdest auch Du
mit Bedacht gewählt.
Vielleicht braucht es Jahre –
doch Du wirst erzählt.

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Als käme…

Als käme Vergangenes doch zurück,
als ging‘s meines Weges noch ein Stück,
als wär’ deine Stimme wieder im Raum,
als verstünd’ ich wie damals der Worte Sinn kaum,

als spürte ich ferne Enttäuschung ganz nah,
als säh’ ich jetzt das, was ich damals nicht sah,
als hätt’ ich nochmal diese Fehler gemacht,
so kam es mir vor, in schweißwacher Nacht.

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Draußen sein

Am Teich sitzen,
Libellen über dem Wasser,
tauchen ihre Rüssel ein.
Wasservögel ziehen ihre Bahn.
Draußen sein –
schön so.

Im Wald umhergehen,
immer auf dem Weg,
dennoch frische Wildspuren.
Einen Wolf ahnen,
Wald aufnehmen.
Draußen sein –
schön so.

Leute reden,
finden mich seltsam –
draußen sein…

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Aus Federn

Aus Federn möcht‘ ich fließen,
wär‘ gern geflügelt‘ Wort,
in Seelen mich ergießen
und sein beschützend‘ Hort.

Ach könnt‘ er mich so setzen,
dass ich ein Lichtstrahl bin.
Mit Hoffnung gar benetzend,
ergäb‘ ich einen Sinn.

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vor dem Fenster

Windpark aus dem Zugfenster fotografiert

unterwegsgedicht[01]

Draußen vor dem Fenster
ein Rapsfeld fliegt vorbei.
Drinnen hinterm Fenster,
du und ich, wir zwei.

Im Sommersonnenzug
auf großer Ausflugsfahrt.
Mit dir vergeht die Zeit im Flug,
verhang’ner Himmel, aufgeklart.

Draußen vor dem Fenster
jetzt ein heller Fluss.
Drinnen hinterm Fenster,
du und ich, ein Kuss.

Ein Reim

Ein Reim, bedacht ersonnen,
wollt‘ heute bei mir sein.
Das falsche Ohr erklommen,
jetzt steh‘ ich hier allein.

Ach würd‘ das Ohr doch merken,
’s war nicht der Adressat.
Schickt mir ihn, mich zu stärken,
an einem schwachen Tag.

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Ein kleiner Tropf‘

Ein kleiner Tropf‘ wär‘ ich jetzt gern,
ein Tropf‘ als Teil des Regens.
Ich wär‘ in nah, und auch in fern,
der Retter manchen Lebens.

Ins Feuer würd‘ ich stürzen mich,
ich wäre Floras Held.
Ach könnt‘ ich’s doch nur sein für dich,
in deiner Menschenwelt.

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Unterm Blattwerk

In Blattwerk’s Schatten sitz‘ ich hier,
gelehnt an Baumes Rinde.
Wenn ich ein früh’rer Dichter wär,
träf‘ ich Frau Mades Kinde.

Doch, da ich nur ein heut’ger bin,
noch dazu spät berufen,
muss einseh’n ich, dass nicht gelingt,
zu schaffen, was sie schufen.

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