Nur gestreift

Verwitterte Bank,
vier Lettern darauf,
bedeuten nichts,
doch ein Sehnen kommt auf.

Ein Leben gestreift,
auf ein Wort, und gefragt,
was es ist, dass es geißelt,
gar peinigt und plagt.

Das Leben zog weiter,
sein Schmerz ungetrübt,
ich wünsch‘ mir noch heut‘,
dass es acht auf sich gibt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Fürchte mich

Fürchte mich, wenn Menschen drängen.
Weich‘ dort aus, wo Leben glückt.
Fürchte mich vor Grobgesängen,
trunken in die Nacht geschickt.

War noch Junge, Gedanken kreisen,
Hamburgs Tage, zur Schule geh’n.
Jeden Morgen gefleht, den leisen,
Zauberspruch, ‚kann nichts gescheh’n‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Sehnsuchtsverblassen

Willkommen, in Deiner Welt,
komm‘ zu erfragen, wie ’s ist gestellt,
um Dich, um uns, um vage Pläne,
um uns’re Zeit, die ich mir nehme.

Um Nähe, die ich weis‘ zurück,
um ’s aus Dir kommen, nur ein Stück.
Hätte nicht sollen entgegen geh’n,
Sehnsuchtsverblassen, um mich gescheh’n.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Akrobat

Ein Akrobat, nicht in Gefahr,
ist dieses Netz, doch, Jahr um Jahr,
willst Großes Du noch größer sehen.
Sein Wagemut, Du lässt ’s geschehen.

Man treibt den Ander’n, für sein Wohl blind,
in ein Verderben. Wir alle sind
doch für den Nächsten Halt, Geleit.
Lasst es uns üben, ’s ist an der Zeit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Lückenlos

Passiert es nur mir,
das mit der Lücke?
Gerade noch, große Stücke
gehalten auf mich.

Sie ist bei Dir,
nichts fehlt,
Seele sticht.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

62

Habe mir nicht erträumt, so alt zu werden. 62, jetzt. Vater
wurde 43. Sein Vater starb auch zu früh. War ja Krieg, in
Berlin, damals. Mehr weiß ich nicht von ihm. Ein gebürtiger
Berliner, mein Vater, „62“ weiterlesen

Nahe Welten

Mann der träumt
von nahen Welten,
unerreichbar, nah
entfernt.

Lässt nicht sich,
nur niemand gelten,
grob verbogen,
sanft entkernt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Ein falsches Wort

Es denkt noch immer,
ist nicht mein Platz.
Fühl‘ mich nicht wohl,
in diesem Satz.

Hat mich gesetzt,
wurd‘ nicht gefragt.
Und doch bin ich ’s,
das ihn jetzt plagt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Frühling[03]

Lichtreflex auf Füllerfeder.
Sonne flutet Blatt Papier,
mit warmen Strahlen.
Auf dass jeder
ahnen kann,
’s wird Frühling hier.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Hell dort

Hell, dort hinten,
kann Wärme spüren.
Sind keineswegs nur
verschloss’ne Türen.

Ein Wiedersehen,
ob hier, ob da,
ein Zuunsgehen,
greifbar nah.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Eric 75

Sein Spiel mit und
gleichsam auf den Saiten.
Seine Füße die keinen
Stillstand erlauben.

Sein Torso spannt einen
Bogen, derart, dass man
sich ob seines Alters
langsam sorgen müsste.

Seine kehlige, manchmal
gepresste Stimme,
unvergleichlich.
Clapton is God.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Leiser Morgen

Leiser Morgen,
ich suche Stille.
In meiner Welt
find‘ ich die Fülle,

der Leere, die, erst
macht mich leben.
Ich geh‘ zurück.
Hast Du vergeben?

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Der Geck

Manchmal man sieht
den eitlen Geck.
Kinder queren,
spotten keck.


Selbst kalter Wind
und Hand, die klamm,
kein Hinderungsgrund,
Gesäßtaschenkamm.  

© Copyright Text Wolfgang Weiland

USA

Einst starker Helfer,
gegen Hunger und Not.
In Paketen Schokolade,
Arznei, Korn und Schrot.

Doch heut‘ muss ich sehen,
es gefällt mir nicht gut,
geblieben, 3 Buchstaben,
auf einem Hut.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Gefunden

Nicht einsam,
im letzten Moment
der Tage.

Eine Mail,
WhatsApp, vielleicht
eine Frage,

die macht mich
fühlen wie mit Dir
verbunden.

Nicht verdient,
hab‘ Dich dennoch
gefunden.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tanka[06]

Meint Politik auch,
sich jetzt noch Zeit zu nehmen,
zu hinterfragen,
welche Aussage einem
selbst von Nutzen sein könnte?

© Copyright Text Wolfgang Weiland