Bleibst mir

Verblassende Stimme,
bleibst mir Schwarzweiß.
Lebst in meinen Bildern,
glückstränenleis.

Seh‘ jede Nuance,
den Schatten, das Licht.
Graustufenschön,
ein Herz, das zerbricht.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Scheinbar

Nur scheinbar an
mir interessiert.

Und schon.

Überspringt ein
Rad, beim Greifen
in ein anderes,
einen Zacken,
dieser entfällt mir

und legt sich meinem
Gegenüber vor die
Füße.

Diese/r
weiß nicht.

Der feuchtkühle
Herbstlaubwaldweg
ignoriert mein schiefes

Grinsen.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Blattes Dank

So deckt mich
zu Dein junges
Laub, mein
letzter Herbst
wird ’s sein.

Ich ließ Dich
los vor langer
Zeit, zu Füßen
Dir in Ewigkeit,
warst Vater,
Halt und Heim.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Dich

Kein zweites Mal
traf ich ein Mädchen,
mit dem zu schweigen
mich mehr erfüllte,

das soviel über Fauna
und Flora, in all ihrer
wundersamen,
prachtvollen,
Schönheit
zu schweigen wusste.

Diese Eine,
Dich.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Schöne Worte

Als Junge von Worten umgerannt,
ein Lachen trieb sie vor sich her.
Das Schöne in Worten,
im Alter erkannt,
will ’s missen nun nimmer mehr.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Vielleicht

Nicht nur eintausend Worte,
vielmehr, sagt ein Blick.
Brächte ich meinen zum
Schweigen –

vielleicht
kämst Du
zurück.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Im Herbst

Hältst meine Hand
taschentief warm.
Uns im Gefolge, ein
gelbgoldner Schwarm.

Gemächliche Schritte,
Wind fährt Dir
durch’s Haar.

Was gäb‘ ich dafür,
wär‘ es nur wahr.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Die Ander’n

Etwas zu tun, weil die Ander’n sonst zeigen.
Etwas zu tun, einem Mensch den Du liebst.
Etwas zu tun, das Du Dir nicht vergibst.
Können die Ander’n nicht gestenlos schweigen?

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Zu neuer Glut

Ein Blick, genug,
die Furcht zu holen,
aus tiefer Ferne,
zu neuer Glut.

War nicht bei mir,
die Hand zu halten,
oder zu sagen,
wird wieder gut.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

So sehr

Mein Herze solltest nicht betreten,
doch wünschte ich mir nichts so sehr.
Hätt‘ ich dich bloß hereingebeten,
die Sehnsucht wög‘ nicht gar so schwer.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Fremde Nähe

Fremde Nähe,
fast berührt.
Armhärchenfeuer,
Sehnsucht geschürt.

Feuchtes Erwachen,
Atem zu schnell.
Tränen auf Wangen,
traumvirtuell.

© Copyright Text Wolfgang Weiland