Erwartung

Einst eine Erwartung war
wohl etwas groß –
Ihr wurde klar,

müsst‘ schrumpfen
auf gering’res Maß.
Ein leichtes Spiel-

doch Sie vergaß,
Enttäuschung würd‘
auch kleiner sein,

und wie zur Strafe –
ließ Sie’s sein.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Hab’ Dich

Hab’ Dich geträumt,
hab’ Dich beschrieben,

Hab’ Dich versäumt,
Hab’ Dich vertrieben.

Nicht bloßer Freund –
wollt’ dich doch lieben…

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Zwei Wesen

Geh’n ein Stück
zusammen, er
und ich, als wenn ’s
so einfach wär‘.

2 Wesen auf
dem gleichen Weg.
Lasst uns doch,
es wird zu spät.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tagtraumelixier

Fühlt sich in die Note,
verschlingt ihren Klang,
mal freudiger Bote,
mal Wehmutsgesang.

Musik, seine Größe,
Tagtraumelixier.
Vergessen die Blöße,
entschwindend vom Hier.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Fast wie ein Fluch

Geschrieb’ne Zeilen,
wie weggebrannt.
Wollt‘ verweilen,
vorausgerannt.

Muss hinterher,
ist auf der Such‘.
Seele wiegt schwer,
fast wie ein Fluch.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Du warst mir lieb

Liegst neben mir,
nach letztem Wort.
Du warst mir lieb,
lebst in mir fort.

Warst mir ein Buch,
Sehnsucht und Glück.
In hellen Nächten
kehrst Du zurück.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Bewahrter Brief

Sanft gestrichen,
wie jedes Mal.
Verwischt, verblichen
im Tränental.

Bewahrter Brief,
erlitt’ne Freud‘.
Gedankentief,
vergang’ne Zeit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

blickt mich an

Im Spiegel blickt mich an,
ein and’rer Untertan,
der Herren
die die Welt regieren,

der wagt,
den Mut hat zu riskieren,
das Widerwort,
das HALTET EIN.

Wünscht‘ mir,
könnt selbst
mein Bildnis sein.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Kleine Augen

Möcht‘ ein Lächeln sehen,
in jeden Kinds Gesicht.
Kann einfach nicht verstehen,
dass es uns oft nicht ficht,

in kleinen Augen Fliegen,
gar Schrecken, Angst und Pein.
Seh‘ dich, sanft schlummernd liegen,
sollst jedes Kind jetzt sein.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Die Küsterin

Anna war Küsterin,
in Dorfes Dom.
Kirchgängerflüsterin,
ich sah sie schon,

von weit her kommend,
am Eingang steh’n,
Ihr Antlitz sonnend,
zum Sterben schön.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Schwebende Feen

Auf Pferdes Rücken,
sie fliegen dahin.
Hör‘ ihr Entzücken,
bleibt mir im Sinn.

Schwebende Feen,
Erinnerung leis‘.
Ein Wiedersehen,
am Seil, im Kreis.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Sehnsucht

Weißt einen Namen,
doch kennst sie nicht.
Gesäter Samen,
hat kein Gesicht.

Wächst ewig während,
gedeiht und verdirbt.
Reste auskehrend,
sie vor dir stirbt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

nur geträumt

Rücken an Rücken
auf altem Steg.
Kopf an Kopf
gerannter Weg.

Nur geträumt
von hohem Ziel.
Mit dem Strom,
im gefang’nen Stil.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

…Sie……………

Wenn Sie begegnen,
im schützend‘ Dunkel.
Sie wollen zwar segnen –
doch sind Furunkel.

Sie dringen tief,
lassen niemals mehr los.
Du bist doch ihr Gott –
wo ist dein Schoß…?…

© Copyright Text und Bild Wolfgang Weiland

Das Rennrad

Ein alter Herr,
das Rennrad, weiß,
ist auf dem Weg
mit ihm, zum Greis.

Noch gestern fuhr
er mit ihm aus.
Ich seh‘ die Trauer,
Geleit nach Haus‘.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Ein Weg

Ein Weg ist schwer
ein and’rer leicht.
Ein Weg ist Meer
ein and’rer seicht.

Ein Weg heißt Freud
ein and’rer Leid.
Ein Weg bereut
vertane Zeit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Einflussnahme

Reklameminister
mit dem Tornister
liebvoller Worte.

Fabrikeigners Pforte
öffnend sogleich-
ihr Himmelreich.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Es flog ein Wort

Es flog ein Wort,
mit Bedacht gewählt,
für immer fort.
Doch weit gefehlt.

Es kam zurück
als Nachgeschmack –
return to sender,
oh what fuck.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Der enttäuschte Vers

Hör‘ Verses Beschwerde,
er sei ungelesen.
Bin doch auch
dabei gewesen.

Muss ihm sagen,
Zeit wiegt zu schwer.
Darf auch nicht schmälern
Frühdichters Ehr‘.

Doch wurdest auch Du
mit Bedacht gewählt.
Vielleicht braucht es Jahre –
doch Du wirst erzählt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland