Geh’n nie zu Fuß

Ob der vielen Droschken staunend,
den Kopfe schüttelnd am Fahrwegrand.
Einfält’ger Mann, zum Andern raunend,
‚geh’n nie zu Fuß‘, bleibt unerkannt.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Nebel[01]

Erahnt das Ufer,
mehr als er ’s sieht.
Ruht neblig der See,
weiß wie ihm geschieht,

alsbald eine Hand
nach der Seinigen greift.
ZweisamkeitsMorgen,
von Schwaden umstreift.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Hab’ Dich

Hab’ Dich geträumt,
hab’ Dich beschrieben,

Hab’ Dich versäumt,
Hab’ Dich vertrieben.

Nicht bloßer Freund –
wollt’ dich doch lieben…

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Zwei Wesen

Geh’n ein Stück
zusammen, er
und ich, als wenn ’s
so einfach wär‘.

2 Wesen auf
dem gleichen Weg.
Lasst uns doch,
es wird zu spät.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Regen[01]

Kopfsteinpflaster liegt im Glanz,
pfützübersät,
der Regen kann ’s

leuchten lassen, gar hell erstrahlen –
wär ’s wie wir,
würd ’s damit prahlen.

 

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Die kleine Welle

Aufgetürmt
zu schaumig‘ Größe,
führst es an,
das tosend‘ Heer.

Voller Stolz,
gibst keine Blöße,
trotzt in Fisches Teich
dem Meer.

 

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Tagtraumelixier

Fühlt sich in die Note,
verschlingt ihren Klang,
mal freudiger Bote,
mal Wehmutsgesang.

Musik, seine Größe,
Tagtraumelixier.
Vergessen die Blöße,
entschwindend vom Hier.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Fast wie ein Fluch

Geschrieb’ne Zeilen,
wie weggebrannt.
Wollt‘ verweilen,
vorausgerannt.

Muss hinterher,
ist auf der Such‘.
Seele wiegt schwer,
fast wie ein Fluch.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Du warst mir lieb

Liegst neben mir,
nach letztem Wort.
Du warst mir lieb,
lebst in mir fort.

Warst mir ein Buch,
Sehnsucht und Glück.
In hellen Nächten
kehrst Du zurück.

© Copyright Text Wolfgang Weiland

Bewahrter Brief

Sanft gestrichen,
wie jedes Mal.
Verwischt, verblichen
im Tränental.

Bewahrter Brief,
erlitt’ne Freud‘.
Gedankentief,
vergang’ne Zeit.

© Copyright Text Wolfgang Weiland