Das kleine Graue

Das kleine Graue, das bin ich.
Bin stets bei ihm, und eigentlich,
ein Tag‘buch das er einst versäumt‘
zu schreiben, sitzt nun hier und träumt,

zurück sich in die Kinderzeit.
Soweit zurück, Gelegenheit,
sich zu erinnern, auszuschmücken
was nicht schön war, manche Lücken,

die aufgetan sich mit den Jahren,
vielleicht zu schließen um im Klaren
sich sein zu können ob das Leben – so gelebt –
verdient hat, dass er danach strebt,

es festzuhalten, hinzuschreiben,
auf meine Seiten, wach zu bleiben,
den Traum erzählen, mitzuteilen,
was er geseh‘n hat, zu verweilen,

den Stift dicht über dem Papier –

bin nur das kleine Graue hier…

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Oberholz

Unterholz war auch
einst oben.
Laub und Äste,
Eicheln auch.

Von Umständen hinab
gezogen,
zu wärmen jetzt
der Erde Bauch.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Nur eine Tasse…

Du öffnest das Porzellanbehältnis,
verweilst kurz, nimmst Maß, tauchst
ein und während der Duft der um die
besten Plätze buhlenden Bohnen die

Küche erfüllt, stellst du den Kessel
auf den Herd, füllst die Mühle um in
kreisenden Bewegungen das Werk zu
vollenden und das Mahlgut in den

vorgewärmten, mit einer Papiertüte
präparierten Filter zu geben, mit
heißem Wasser zu überbrühen,
das schlussendlich von der

angewärmten Tasse
aufgefangen
wird.

© copyright all lyrics wolfgang weiland

Zur Nacht

Bist leise Nacht,
mir ist nicht bang,
der laute Tag entschwindet.

Du hältst mich sacht,
im Arm, bis dann,
im Schlaf,
mein Traum mich findet.

© copyright all lyrics wolfgang weiland