31_07_2026

Ich schreibe für mich, ich fotografiere für mich, ich lese für mich. Es lenkt ab, führt zu nichts, nützt mir nichts, wenn ich während des Lesens überlege, ob ich dieses Buch wohl jemandem empfehlen könnte. Mich nach dieser Empfehlung wichtig fühlen. Nein. Akzeptieren, dass ich es für mich tue. Das Schreiben. Ich habe nie geschrieben, es kam mir gar nicht in den Sinn, dass das etwas für mich sein könnte. 2016 im Juni wurde ich krank, eine nicht erkannte Gürtelrose, die mir als Neuralgie nach Zoster bis heute geblieben ist. Ende Juli, nach schon mehrwöchiger Krankschreibung, saß ich am Teich, holte mein Smartphone aus dem Rucksack und tippte ‚Hallo Tag‘ in die Notizen. Das erste selbst Geschriebene. Ab diesem Moment versuchte ich täglich zu schreiben, hatte unterwegs immer Kladde und Stift dabei, wollte die Zeit auch nutzen zu einer leserlichen Handschrift zu kommen. Das Schreiben gab mir Halt. Ich fragte mich nicht, ob ich es eher nicht tun sollte oder dürfte, als Tischler, Arbeiter inzwischen seit 6 Jahren in Rente, vorgezogen nach Bewilligung der Schwerbehinderung. Die Zweifel kamen später. Die Zweifel sind heute da, wenn ich die Worte so setze wie ich es kann. Dann sind unter meinen Bildern in der fotocommunity, oder auch hier im blog, Kommentare, die mich denken lassen, ’schreiben ja, weil ich es brauche, aber für mich behalten‘. Nur für mich schreiben. Nur für mich Bilder machen. Heute, zum ersten Mal seit Wochen, eine ganze Seite dieses Buches mit Worten gefüllt, und es fühlt sich gut an. Zwar in einer Handschrift, die mich selbst rätseln lässt, aber. Danke, fürs bis hierher lesen…

© Copyright Text Wolfgang Weiland