24_02_2026

Als ich den Wald verließ, verschwand er spurlos. Und doch. Ein Sperber stand, mich beobachtend, hoch über mir, rief mir zu, auch er kenne und liebe die Stille die ihn dort immer wieder zum Verweilen einlädt. Ich folgte ihm, auf Wegen zwischen den Feldern, bis seine Silhouette eins wurde mit dem Horizont. Eine junge Frau kam auf mich zu. Wir sehen uns nicht täglich, anfangs hatte ich Bedenken, wollte ausweichen, doch sie legte beruhigend ihre Hand in das Fell des sie begleitenden Hundes und ließ sie dort, bis wir einander passiert hatten. Inzwischen zögere ich nicht mehr. Ihr Hund, dessen tägliche Aufgabe es ist, beim nahen Bauernhof dann und wann Präsenz zu zeigen, bleibt, bis wir aneinander vorübergegangen sind, an ihrer Seite. Ein Gruß, ein helles Lächeln, das ich mit auf den Weg bekomme. Wohltuend. Meine Furcht vor Hunden kam erst mit der Krankheit, und zu Anfang schweren Schmerzschüben. Man sah es mir an, unterwegs. Ich wurde unsicher, Hunde und ich verstanden uns nicht mehr. Und sonst. Nach der Schneeschmelze die Wege wieder gut zu gehen. Die Aar, die Dill, fliessen um einiges schneller, als es sonst ihre Art ist. Der zu einem Büchlein gefaltete Zettel, den ich immer mitführe, bleibt seit Wochen unbeschrieben. Nur gelegentlich ein Wort mit dem Stift darauf notierend, in der Wohnung zurück ist es, als wäre ich tagträumend, eben diesem Tag eine Zeit entkommen…

© Copyright Text Wolfgang Weiland

4 Antworten auf „24_02_2026“

  1. Das hört sich schön an und – durch die Erfahrung mit der freundlichen Frau und ihrem Hund – auch sehr beruhigend. Kein Wunder, dass dich das ins Tagträumen bringt.
    Einen guten Tag wünsche ich dir und lasse liebe Grüsse hier,
    Brigitte

  2. Diese Raubvögel (Falken, Bussarde, Habichte…) haben eine Faszination. Obwohl ich die Grausamkeit ihrer Ernährung verabscheue, mag ich sie gern sehen und fotografieren. Allerdings nur in der freien Natur, nicht in Gefangenschaft.

    Gewiss nicht einfach diese Angst zu besiegen. Zu oft sind die Tiere ausgebrochen. Aber eben nicht alle und die Anleinpflicht macht auch Sinn.
    Toll, dass du die Begegnung nicht meidest.

    Schön beschrieben, wie es ist dann zurückzukommen. Das Gefühl kann man wohl nur mit sich allein haben, wenn man draußen die Eindrücke aufgenommen hat und in eine stille Wohnung kommt. Draußen kann so viel unerwartetes geschehen, zu Hause weiß man schon, wie es weitergeht….

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

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